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NWZonline.de Nachrichten Politik

Der Wolf ist eine Gefahr für die Weidetierhaltung

20.12.2019
Frage: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will mit ihrer neuen Ackerbaustrategie für mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft sorgen. Wie bewerten Sie die Pläne?
Rukwied: Die Ackerbaustrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist dank der Vielfalt der vorgeschlagenen Maßnahmen ein guter Weg, um den Ackerbau moderner, effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Wir begrüßen diese Strategie. Denn sie zeigt Perspektiven zur Weiterentwicklung des Ackerbaus auf, die auch wir als zielführend und zukunftsfähig erachten.
Frage: Zigtausende Bauern haben zuletzt gegen die Agrarpolitik aus Brüssel und Berlin demonstriert. Sind die Landwirte aber nicht auch beim Umwelt- und Klimaschutz stärker gefordert?
Rukwied: Das sind wir, und das machen wir auch. Auf mehr als 230 000 Kilometern haben wir beispielsweise in diesem Jahr Blühstreifen als Lebensraum für Insekten angelegt. Es ist ein fünf Meter breites Band, das fast sechs Mal um die Erde reicht. Wir wollen den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln weiter reduzieren, und wir haben eine eigene Klimastrategie entwickelt, mit der wir uns selbst ehrgeizige Emissionsreduktionsziele setzen.
Frage: Eigentlich stehen Wölfe in Deutschland unter Schutz. Der Bundestag hat jetzt eine Neuregelung beschlossen, die den Abschuss erleichtern soll. Ein notwendiger und ausreichender Schutz vor Attacken auf Nutztiere?
Rukwied: Die Änderung im Bundesnaturschutzgesetz ist ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber bei Weitem nicht ausreichend. Zwar werden die Hürden gesenkt, um Weidetiere besser vor Wolfsrissen zu schützen, aber das reicht nicht, um eine Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung sicherzustellen. Es muss endlich anerkannt werden, dass der Erhaltungszustand des Wolfes nicht mehr gefährdet ist. Dann gilt es, nach dem Vorbild anderer EU-Mitgliedsstaaten eine effektive Regulierung umzusetzen, die beinhaltet, dass sich der Wolf beispielsweise in Grünlandregionen nicht ansiedelt.
Frage: Wie groß ist die Gefahr, die von Wölfen ausgeht, und wie hoch ist der Schaden für die Landwirte?
Rukwied: Der Wolf ist eine Gefahr für die Weidetierhaltung. Die Zahl der Nutztierrisse nimmt nach wie vor deutlich zu. Die Risse tragen auch dazu bei, dass Schäfer ihre Schafhaltung einstellen. Wenn wir also auch in Zukunft weiter Tiere auf den Weiden sehen wollen, dann muss der Wolf im Bestand gemanagt werden und von Weidetieren auch durch Entnahme ferngehalten werden.
Joachim Rukwied (58) aus dem Landkreis Heilbronn ist Präsident des Deutschen Bauernverbandes.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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