Garrel - Für Kopfschütteln – und das fraktionsübergreifend – haben im Garreler Gemeinderat am Montagabend die Planungen für die 380-kV-Stromleitung gesorgt, die das Gemeindegebiet durchziehen könnte. „Die Bauern müssen bald Slalom um die Strommasten fahren“, sagte Heike Robke (SPD).

Matthias Looschen (CDU) bringt vor allem auf die Palme, dass Häuser oder Biotope in den Karten, die Grundlage für die Planungen gewesen waren, gar nicht eingetragen seien. Das gesamte Verfahren müsse ausgesetzt werden, bis eine Entscheidung des Bundesrats zur Erdverkabelung vorliege, so Looschen.

„Wir sollten eine konsequente Erdverkabelung fordern“, sagte Josef Berkemeyer (CDG), nicht nur in Teilen. Richard Cloppenburg (CDU) sekundierte: Was in Bayern und im Harz mit großen Aufwand gehe, müsse auch hier funktionieren. Und Arnold Hannöver (CDG) kritisierte, die Kostenfrage würde vor Natur und Mensch gestellt. In die Planungen des Bürgerwindparks an der Thüler Straße sei bislang bereits viel Geld geflossen. Sollte die Trasse dort entlangführen, würde der Park in dieser Form nicht gebaut werden können, so Hannöver.

Enttäuscht zeigte er sich vom Einsatz der hiesigen Landtagsabgeordneten. „Da wird viel zu wenig getan.“ Ein Vorwurf, den Herbert Holthaus (CDU) nicht stehen lassen wollte: Es würden viele Gespräche im Hintergrund etwa mit dem Amt für regionale Landesentwicklung geführt.

Holthaus forderte, dass die Trassenvarianten, die über das Gebiet des Landkreises Oldenburg verliefen, wieder in die Betrachtung einbezogen werden müssten. Der gesamte Landstrich müsse erneut untersucht werden, stimmte dem auch Bürgermeister Andreas Bartels zu.

Ob die Konverterstation – hier gibt es Untersuchungsräume auch im Gemeindegebiet – überhaupt im Kreisgebiet gebaut werden müsse, fragte Holthaus. Bauamtsleiter Ewald Bley führte den Netzentwicklungsplan der Bundesregierung an. Einen triftigen Grund mag aber auch die Gemeindeverwaltung dafür nicht erkennen.

Auf die Frage, ob die Gemeinde von Steuereinnahmen profitiere, antwortete Bürgermeister Bartels: „Dafür will keine Gemeinde eine solche Station stehen haben.“

Die Gemeinde Garrel wird auch im Namen des Gemeinderates eine Stellungnahme beim Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems abgeben, in denen die Kritikpunkte nochmals deutlich benannt werden. Unter anderem wird darin bemängelt, dass die Unterschreitung des 200-Meter-Abstandes zu Häusern im Außenbereich keinesfalls eine Ausnahme sei. Auch Gewerbe- und Industrieflächen seien nicht berücksichtigt worden. Die Ängste der Bürger vor Elektrosmog müssten ernst genommen werden, so der Bürgermeister.

  Tennet will am Dienstag, 13. Oktober, in der Bürgerklause Tapken in Garrel, Hauptstraße 8, zwischen 14 und 19 Uhr mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Angesichts der jüngsten Demonstration von rund 180 Bürgern aus Falkenberg, Varrelbusch, Peterswald, Petersfeld und Resthausen vor dem Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg könnte es dort nicht nur voll werden, sondern auch hoch hergehen.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)