Berlin/Aleppo - Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hält militärische Maßnahmen mit deutscher Beteiligung in Syrien für eine Möglichkeit. „Ich glaube, das entschiedene Nachdenken über militärische Handlungsoptionen darf nicht ohne Deutschland stattfinden“, sagte der frühere deutsche Botschafter in Washington am Dienstag im Deutschlandfunk.

Er warf den europäischen Staaten „kollektives Wegschauen“ vor. Vor vier Jahren sei man froh gewesen, dass der Kelch einer militärischen Beteiligung an Deutschland vorbeigegangen ist. „Jetzt landet der Konflikt krachend vor unserer Haustür“, sagte er.

Unterdessen sind bei einem Rebellenangriff auf Stellungen der syrischen Armee in Aleppo mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl nannte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag.

Bei einem Anschlag in Hasaka im Nordosten Syriens riss ein Selbstmordattentäter sieben Menschen mit in den Tod. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu dem Anschlag.