Elsfleth/Berlin - Der Wahltermin steht: Am 22. September sind die Deutschen aufgerufen, den 18. Bundestag zu wählen. Und ein Elsflether will nach Berlin, um als Abgeordneter dazuzugehören. Edgar Di Benedetto (54) von der Partei Die Linke und Elsflether Ratsherr möchte seine Kandidatur bei der Kreis-Delegiertenversammlung am kommenden Freitag in Bookholzberg bestätigen lassen.

Der gebürtige Lemwerderaner, der seit 2000 in Elsfleth zu Hause ist, hat sich seine erneute Kandidatur reiflich überlegt. Als Betriebsrat von Omni-Pac sei er zuletzt ziemlich eingespannt gewesen, merkt er an. Doch der Gedanke, es nach seinem guten Ergebnis vor vier Jahren noch einmal zu versuchen, habe ihn nicht ruhen lassen. Damals zwar auf Listenplatz 34 angetreten, habe er seiner Partei immerhin zu 15 900 Stimmen verholfen. Rund 13 700 Wähler hätten sich in Niedersachsen für ihn entschieden. „Für mich war das ein gutes Ergebnis“, macht er deutlich. Er hoffe nun bei der Landesdelegiertenkonferenz in Peine am 20. April auf einen vorderen Listenplatz.

Das Wahlkampfteam von Edgar Di Benedetto steht schon bereit. Jetzt muss es nur noch klappen mit einer innerparteilichen Nominierung. Er habe in letzter Zeit viele Anrufen und E-Mails erhalten mit dem Tenor, für den Deutschen Bundestag zu kandidieren. Über einen Listenplatz hatten es Herbert Behrens, Dr. Diether Dehm, Heidrun Dittrich, Jutta Krellmann, Dorothée Menzner und Johanna Voß 2009 in den Bundestag geschafft. Edgar Di Benedetto peilt daher einen Platz auf der Landesliste an, der ihm Erfolg verspricht.

Bei den Wählern möchte der kommende Kandidat unter anderem mit Themen wie Mindestlohn, Stärkung der integrativen Gesamtschule und weg von der Rente ab 67 punkten. Gegen eine soziale Ungerechtigkeit im Land möchte er kämpfen. „Wir brauchen Personen, die sich öffentlich dazu äußern und kein Blatt vor den Mund nehmen“, stellt er fest. Bezüglich der Finanz- und Wirtschaftskrise betont er, dass die Banken verstärkt in die Pflicht genommen werden müssten.

Edgar Di Benedetto hat schon einen Bundestagswahlkampf bestritten, der ihm nach eigenem Bekunden sehr viel Spaß bereitet hat. Innerhalb von drei Monaten habe er über 250 Termine quer durch die Wesermarsch absolviert. Mit einem Kombi, in dem ein Zelt, zwei Schirme und Wahlkampfmaterial Platz hatten, sei er losgefahren. Ähnliches schwebt dem Vater von zwei erwachsenen Kindern auch diesmal vor. Warum sollte er nicht wieder eine so schöne Zeit wie vor vier Jahren erleben, fragt der Elsflether. Und vielleicht wird ihn sein Kombi auch in die Bundeshauptstadt befördern.

Ulrich Schlüter
Ulrich Schlüter Redaktion Brake