Moskau/Damaskus - Die russische Regierung will Kontakte zu Teilen der syrischen Opposition aufnehmen. Das sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag in Moskau. Das russische Verteidigungsministerium werde den Kontakt zu „bewaffneten syrischen Gruppen suchen, die den Terror nicht unterstützen“. Dieses sei ein wichtiger Schritt zur Lösung der syrischen Frage. Welche Gruppen das genau sind, sagte die Sprecherin nicht.

Sacharowa überraschte mit der Aussage, der Kreml betrachte nicht alle Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad als Terroristen. Beim nächsten internationalen Syrien-Treffen in Wien wolle Moskau eine Liste der Terrororganisationen mit dem Westen diskutieren.

Russland unterstützt seit Wochen das syrische Regime mit Luftangriffen in seinem Kampf gegen verschiedene oppositionelle Gruppen und die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Neben Kampfjets und Hubschraubern hat Moskau nun auch Luftabwehrraketen nach Syrien verlegt. Das bestätigte der russische Luftwaffenchef Viktor Bondarew der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“. „Angenommen, ein Militärflugzeug wird in einem Nachbarland Syriens entführt und fliegt Angriffe gegen uns. Auch darauf müssen wir gefasst sein“, sagte Bondarew.

Am Donnerstag kündigte Frankreich an, seinen Flugzeugträger Charles de Gaulle in den Kampf gegen den Islamischen Staat zu schicken. Die Franzosen beteiligen sich an den Angriffen der westlichen Allianz gegen den IS.

Dr. Alexander Will
Dr. Alexander Will Mitglied der Chefredaktion (Überregionales), Leiter Newsdesk