Friesoythe/Saterland - Vor rund vier Wochen zeigten sich Vertreter der Stadt Friesoythe, der Friesoyther Eisenbahngesellschaft, des C-Ports sowie der Kommunal- und Landespolitik noch optimistisch, dass die Bahntrassen zwischen Friesoythe und Cloppenburg sowie Ocholt-Sedelsberg-Friesoy­the-Cloppenburg für den Personennahverkehr wieder fit gemacht werden könnten. Schließlich prüft die Landesregierung derzeit, bei welchen stillgelegten Strecken in Niedersachsen sich eine Reaktivierung lohnen würde. Und die beiden Trassen im Nordkreis kamen bei ursprünglich 85 Bewerbern unter die letzten 28. Jetzt hat sich der vom Wirtschaftsministerium eingesetzte Lenkungskreis von den verbliebenen 28 Strecken acht ausgesucht, die weiter untersucht werden sollen – die beiden Nordkreis-Trassen und die Strecke Meppen-Essen sind nicht dabei.

SPD-Landtagsabgeordnete Renate Geuter aus Markhausen bedauerte bereits am Wochenende die Entscheidung. Doch die guten Platzierungen – Friesoythe-Cloppenburg Platz elf, Sedelsberg-Ocholt-Friesoythe-Cloppenburg Platz zwölf und Meppen-Essen Platz 15 – sollten „auch eine Ermutigung sein, das Ziel der Reaktivierung dieser Strecken weiterhin zu verfolgen“.

Am Montag zog CDU-Landtagsabgeordneter Karl-Heinz Bley aus Garrel mit einer Mitteilung nach. „Es hat den Anschein, als wären alle Träume von Reaktivierung alter Bahnstrecken im Landkreis Cloppenburg im Hannoveraner Wirtschaftsministerium geplatzt“, zeigte sich Bley enttäuscht. Eigentlich hätte er gemeinsam mit Geu­ter einen Brief an Wirtschaftsminister Olaf Lies verfassen wollen. Doch dieses Vorhaben sei trotz wiederholten Versprechungen Geuters nicht erfolgt, behauptet Bley.

Der Garreler habe nun für den nächsten Wirtschaftsausschuss des Landtages eine Unterrichtung beantragt: „Ich möchte vom Wirtschafts- und Verkehrsministerium wissen, welche konkreten Gründe dazu geführt haben, dass die Strecken im Landkreis Cloppenburg nicht weiter verfolgt werden sollen.“ Weiterhin möchte er von der Landesregierung wissen, an welcher Stelle sie nun von Kreisen und Kommunen bei einer möglichen Reaktivierung Finanzierungen und Vorleistungen erwartet.

Weiter drängt sich bei ihm ein Verdacht auf: „Sollte am Ende nur eine Strecke übrig bleiben, und das ist die in der Grafschaft Bentheim; zufälligerweise im Wahlkreis des Wirtschaftspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion Gerd Will?“