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70 Jahre Awo Jever „Die Enkeltochter ist älter als die Großmutter“

Jever - Stolz konnte der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Jever am Sonntag auf 70 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken: Der Verein wurde im Winter 1945 wiedergegründet und ist damit älter als der Awo-Bezirksverband Weser-Ems, der erst im August 1948 wiedergegründet wurde. „So kommt es, dass die Enkeltochter älter als die Großmutter ist“, sagte der stellvertretende Bezirksverbandsvorsitzende Dr. Lothar Knippert.

Überwiegend Frauen

„Es waren überwiegend Frauen, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit Nähstuben und Suppenküchen um Notleidende gekümmert haben“, sagte Dr. Knippert. Frauen wie die heute 96-jährige Inge Eden, die seit 69 Jahren im Awo-Ortsverein Jever tätig ist und es sich nicht nehmen ließ, gemeinsam mit anderen Mitgliedern, Mitarbeitern und Freunden der Awo im Anton-Günther-Saal 70. Vereinsgeburtstag zu feiern.

Zwar wurde die Awo schon 1919 von Marie Juchacz gegründet, sie wurde aber nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 aufgelöst und verboten. „Weil sie nicht bereit war, sich von den Nationalsozialisten gleichschalten zu lassen“, sagte Knippert. Das habe sich auch auf die Schicksale einzelner Awo-Mitglieder ausgewirkt, die unter dem NS-Regime litten.

Erst 1946, nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde die Awo als „parteipolitische und konfessionell unabhängige Hilfsorganisation“ neu gegründet – nur in der Sowjetischen Besatzungszone war sie nicht zugelassen.

Inzwischen habe sich die Vereinsarbeit gewandelt, es gehe nicht mehr um Nähstuben und Suppenküchen sondern um Teilhabe und Geselligkeit. „Der Ortsverein Jever um Vorsitzende Roswitha Niemeyer holt die Menschen ab, kümmert sich um die Senioren und organisiert Ausflüge, gemeinsame Essen oder Busfahrten – und das macht er sehr gut“, lobte Dr. Knippert, denn hinter der Geselligkeit stünden Kontakte: Menschen werde so ermöglicht ein Teil der Gesellschaft zu sein. „Die Awo kann vor Vereinsamung schützen“, so Dr. Knippert.

Kaum mehr Nachwuchs

Der demografische Wandel macht indes auch vor dem Awo-Ortsverein Jever nicht Halt, sagte Vorsitzende Niemeyer. „Es wird schwieriger, Nachwuchs zu finden, bis heute versteht sich der Ortsverein dennoch als Kümmerer und Mahner.“ Niemeyer lobte zudem die gute Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der Awo in Jever, darunter das Marianne-Sternberg-Haus. Sie dankte Freunden und Unterstützern, darunter Karin Bohlen, die den Ortsverein 27 Jahre geleitet hatte. „Aber ohne meinen Vorstand könnte ich das alles auch nicht leisten“, sagte sie.

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