Der Unternehmer Patrick Döring (37) aus Hannover ist stellv. FDP-Fraktionsvorsitzender
Gunars Reichenbachs
Büro Berlin
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FRAGE:
Herr Döring, die FDP steht vor einem personellen Totalumbau: Welche Stimmung nehmen Sie wahr?
DÖRING
: Die Partei war nach der Dauerkritik der vergangenen Monate und den klaren Wahlniederlagen natürlich verunsichert. Da gibt es nichts zu beschönigen. Hier muss die Parteiführung, müssen wir alle gemeinsam jetzt auch im eigenen Haus Überzeugungsarbeit leisten und durch gute Ergebnisse und eine klare Linie wieder Sicherheit geben.
FRAGE:
Welche Hoffnungen verbinden Sie mit Rösler?
DÖRING
: Philipp Rösler ist ein Politiker mit Überzeugung und Leidenschaft und einer festen, inneren Haltung. Mit seiner konsequenten, aber auch sehr menschlichen Arbeit kann er in der Sache überzeugen und gleichzeitig auch durch seine Person neue Glaubwürdigkeit gewinnen. Aber, das muss auch klar sein, das kann er nicht alleine schaffen. Die FDP muss jetzt als Team auftreten. Es darf sich kein anderer zurücklehnen, nach dem Motto: dann mach mal. Nur gemeinsam kommen wir jetzt weiter.
FRAGE:
Was muss sich für den Neuaufbruch noch verändern?
DÖRING
: Es haben ja bereits zahlreiche verdienstvolle Mitglieder der Parteiführung den Weg für einen Neuanfang frei gemacht. Vor allem Guido Westerwelle, der sehr souverän den Stab übergeben hat, aber auch z.B. Cornelia Pieper und Andreas Pinkwart. Wir dürfen Neuanfang jetzt aber nicht mit einer vollkommenen Machtübernahme der U40-Mannschaft verwechseln. Die FDP braucht auch in Zukunft eine gesunde Mischung in der Führung. Außerdem darf man auch nicht alles auf die Personalfragen reduzieren um Vertrauen zurück zu gewinnen, müssen wir vor allem auch inhaltlich neu durchstarten.
FRAGE:
Mit welchem Programm kann die FDP Vertrauen gewinnen?
DÖRING
: Wir müssen uns da nicht neu erfinden, sondern uns vor allem auf unsere eigenen Werte besinnen. Die FDP hat für ein klares, liberales Programm und mit einem Kurs zur Erneuerung der sozialen Marktwirtschaft bei der letzten Wahl über sechs Millionen Stimmen erhalten. Die Zustimmung dieser Menschen haben wir nicht verloren, weil jetzt unser Programm falsch war, sondern weil wir in der Regierung zu wenig davon umgesetzt haben. Da müssen wir uns jetzt neu orientieren, neu aufstellen und dann mit einer klaren, liberalen Haltung wieder kenntlich werden.