Schortens - Der erste Entwurf für den städtischen Haushalt des kommenden Jahres wird nicht, wie sonst üblich, im Juni im Fachausschuss behandelt, sondern soll erst nach der Sommerpause und nach der Kommunalwahl Mitte September vorgelegt werden. Das wurde jetzt mit den Stimmen von SPD/FDP und der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) im Finanz- und Wirtschaftsausschuss beschlossen. „Wir finden das nicht aufrichtig“, kritisiert CDU-Fraktionsvorsitzender Axel Homfeldt die Terminplanung.

Auch Ausschussvorsitzender Horst-Dieter Freygang (CDU) glaubt nicht, „dass dieser Beschluss das Vertrauen der Bürger in die Politik in Schortens stärken kann. „Damit wissen die Bürger also erst nach der Kommunalwahl, an welchen Stellen im Jahr 2017 investiert werden kann und welche Projekte erst später angepackt werden sollen.“ Das betreffe unter anderem die Fragen nach der Sanierung und Erweiterung der Grundschule Glarum und der dortigen Turnhalle, der Sporthalle in Sillenstede oder auch die überfällige Sanierung des Bürgerhauses. Ob und was davon 2017 begonnen werde, erfahre die Öffentlichkeit damit zu spät.

„Es ist ja kein Geheimnis, dass die CDU-Fraktion den Haushalt und insbesondere die Verdoppelung der Schortenser Schulden sehr kritisch sieht“, so Freygang. Er sei aber überzeugt, dass die Bürger vor der Kommunalwahl wissen sollten, was nach der Wahl passieren wird.

„Aber so, wie es jetzt aussieht, gibt es die ganze Wahrheit erst nach der Wahl“, moniert Freygang. Er bedauere es sehr, dass damit die Auseinandersetzung über die künftige Entwicklung der Stadt untergraben werde.