Ganderkesee - Diese Begegnung ist für Norbert Lach unvergessen. Mitte der 70er Jahre war es, als er bei einem Messdiener-Dekanatstag in Bottrop mit Franz Kardinal Hengsbach ins Gespräch kam. „Aus Dir müssen wir einen Priester machen“, sagte der Bischof am Ende. Nur: Lach hatte bis dato die Berufsausbildung zum Textilkaufmann eingeschlagen, hatte „nur“ die Mittlere Reife, stammte aus einer Arbeiterfamilie. Doch jetzt änderte er seinen Lebensweg, besuchte das Bischöfliche Abendgymnasium, studierte Theologie sowie Philosophie – und wurde an diesem Montag vor 25 Jahren, am 12. Mai 1989, in Essen zum Priester geweiht.

„Ich hatte Menschen, die mir geholfen haben“, sagt er rückblickend. Dankbarkeit klingt da durch. 1994 kam Lach in die Gemeinde Ganderkesee, zunächst als Pfarrverwalter in St. Bernhard (Bookholzberg), seit 1996 auch in St. Hedwig (Ganderkesee). Seit 2006 ist er Pfarrer im Gemeindedienst in der katholischen Kirchengemeinde St. Marien (Delmenhorst), mit den Schwerpunkten St. Hedwig und St. Bernhard. „Gern“ sei er hier Seelsorger, „sonst wäre ich nicht 18 Jahre geblieben“.

„Wenn man 25 Jahre Priester ist, kennt man das Leben rauf und runter“, sagte er heute. Sein Anliegen sei es nicht, Doktrin zu vermitteln. Vielmehr wolle er, wie Nelly Sachs es einmal ausgedrückte, „in Räume der Liebe“ führen, in Gemeinschaft, mit Vertrauen, Vergeben, einem Handeln nach den Manieren Jesu.

Priester sein, das sei manchmal auch ein „Knochenjob“ – Menschen mitzunehmen, ihnen plausibel zu machen, „dass nicht das Materielle das Entscheidende ist“. Was ihn bewegt: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Empathie vielfach verloren gegangen ist.“ Gesellschaftliche Brüche seien wohl eine Ursache. Da bringe es nichts, Liebe zu predigen. „Man kann Beispiele geben.“

In seinen Hobbys findet Lach Inspirationen – auch für Predigten: Gern befasst er sich mit (zeitgenössischer) Lyrik, auch mit Kunstgeschichte – und ist „leidenschaftlicher Cineast“.

Den 25. Jahrestag seiner Priesterweihe feiert Pfarrer Lach mit der Gemeinde am Sonntag, 18. Mai, um 15 Uhr in einem Gottesdienst in der St.-Hedwig-Kirche. Danach findet eine Begegnung im Gemeindehaus statt.