Den gebürtigen Ostfriesen hat es vor einem Jahr nach Oldenburg zum Studium verschlagen. Die Zusage aus Münster hat er abgelehnt. „Die Nähe zur Küste war mir wichtig“, erklärt Sven Oltrop seine Entscheidung.
Durch seinen Zivildienst habe er „die Küste lieben gelernt“, so der 22-jährige Neu-Bloherfelder. Der Naturfreund war in der Krummhörn stationierter „Vogelzivi“. Die Zählung der Vögel und die Kartierung ihrer Brutstätten waren seine Aufgaben. Dadurch lernte er den Mellum-Rat kennen, der sich um den Schutz der unbewohnten Insel kümmert. Dieser Verein hat ihm „bis jetzt die beste Zeit in meinem Leben beschert“, berichtet er.
Zwischen Zivildienst und Studium war er ein halbes Jahr mit zwei Mitstreitern auf Mellum. „In drei Stunden kann die Insel zu Fuß gemütlich abgelaufen werden“, beschreibt der Student die Inselgröße.
Auch dort hielt er, wie im Zivildienst, ein Auge auf den Vogelbestand. Mellum wurde für Sven Oltrop ein „zivilisationsfreier Ruhepol.“ Auch wenn ein kleines Haus auf der Insel steht, ist fließendes Wasser dort Luxus. Geduscht wird immer noch in einem Schuppen unter einem Zehn-Liter-Eimer mit Gieskannenkopf und Seilzug. Zudem im Kerzenschein, da nur das Haus mit Strom versorgt wird. „Jederzeit wieder“, schwärmt der angehende Diplom-Landschaftsökologe von den Erlebnissen auf Mellum. Diese gute Beziehung ist geblieben – ehrenamtlich ist er noch für den Mellum-Rat tätig. ms
Sven Oltrop
Student
