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Die Partei braucht eine Migrantenquote

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Mit dem Auswahlverfahren der SPD bei der Aufstellung eines Kandidaten für die Landtagswahl 2008 befasst sich Serafettin Yilderim. Er hat aus Verägerung seine Berwerbung zurückgezogen.

Man möge jetzt glauben, wenn man jung, dynamisch und intelligent ist, dass man in seiner Partei das Recht hat, für das Amt zu kandidieren. Leichtgläubig und mit demokratischen Gefühlen geht man dabei und gibt dann seine Bewerbung ab, wie die anderen Kandidaten auch. Aber die nackte Wahrheit sieht ganz anders aus, denn Chancengleichheit existiert in der Partei nicht. Denn es gibt einige in der Partei, die werden schon in die Dynastie hineingeboren, und weil die Familienverhältnisse stimmen, haben sie auch „machthabende" Geldgeber hinter sich (...). Soviel zum Thema Chancengleichheit.

Seit Monaten steht der Landtagskandidat fest, und dennoch haben wir leichtgläubig wie wir sind uns aufstellen lassen. Im „Haus Weserstrand“, wo sich alle Bewerber vorgestellt haben, haben sich auch einige viel Mühe gegeben. Ein Herr Dr. Baltaji zum Beispiel, der gut genug ist, an der Universität deutsche und ausländische Studenten zu unterrichten. Am Vorstellungsabend hat er sich auch sehr gut präsentiert, doch das zählt nicht. Trotz allem hat er keine Chance.

Die Delegiertenversammlung der Partei im April findet doch wohl nur zum Schein statt, da der Kandidat schon feststeht. Für die Wesermarsch brauchen wir jemanden aus der Wesermarsch und nicht einen, der aus wirtschaftlichen Gründen die Wesermarsch verlassen hat und nicht hier geblieben ist, um die Wesermarsch voranzutreiben.

Jetzt sind die Delegierten gefragt, sie müssen zeigen, wie viel Demokratieverständnis sie haben. Ich verlange von meiner Partei, dass wir nicht nur eine Frauenquote einführen, sondern demnächst auch eine Migrantenquote haben, damit zum Beispiel Herr Dr. Baltaji und ich überhaupt eine Chance haben.

Serafettin Yilderim

Nordenham
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