Hude - 55 Millionen Menschen ließen im Zweiten Weltkrieg sinnlos ihr Leben. Daran erinnerte der Vorsitzende der SPD-Kreisarbeitsgemeinschaft 60 plus, Hermann Bokelmann, am Dienstagabend an den Soldatengräbern auf dem Huder Friedhof.
Mahnen und warnen
An den Gräbern der 29 deutschen Soldaten, die bei den letzten Kämpfen im Landkreis in Hude und Vielstedt vom 26. bis 28. April ihr Leben verloren, fand eine Gedenkstunde zur Erinnerung an das Kriegsende 1945 statt. 60 plus und die Huder SPD hatten dazu eingeladen.
Diese Toten könnten nicht mehr mahnend rufen „Erhaltet den Frieden“, so Bokelmann (85), „deshalb wollen wir es tun." Bokelmann, der bei Kriegsende 16 Jahre alt war, betonte, dass die Jahrgänge seiner Generation die letzten seien, die aus persönlicher Erfahrung mahnen und warnen könnten. „Wir Alten wollen und müssen dafür sorgen, dass die Toten nicht vergessen werden. Wir rufen besonders junge Menschen auf: Sorgt für Frieden!“
Diese Mahnung sei gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig: „Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Frieden bekommt man nicht geschenkt. Frieden muss in den Herzen der Menschen sein“, so Bokelmann.
Kriegerische Auseinandersetzungen seien immer sinnlos.
Beunruhigt zeigte sich Bokelmann über die Situation in der Ukraine. „Wir wollen nicht wieder Machtblöcke in Europa – wir wollen keinen Krieg, auch keinen kalten und auch keinen Handelskrieg – wir wollen ein friedliches Europa!“
Völkermord verhindern
Als beschämend bezeichnete Bokelmann angesichts der derzeitigen Flüchtlingsströme, dass es der Völkergemeinschaft – organisiert in der UNO – nicht gelinge, „dafür zu sorgen, dass Völkermord, wo auch immer, verhindert wird.“ Es müsse gelingen, die Krisenherde dieser Welt zu befrieden. „Damit die Menschen nicht aus ihrer Heimat fliehen müssen.“
Deutliche Worte fand Hermann Bokelmann auch gegen Nationalismus und Rechtsextremismus in Deutschland: „Wer heute meint, dass er mit Pegida oder einer anderen -gida nur mitlaufen kann, der irrt. Er macht sich mitschuldig an Menschenhass und Fremdenfeindlichkeit.“
In Absprache mit der Huder SPD-Vorsitzenden Jutta Schröder, die sehr emotional an das Leid auch der Frauen erinnerte, die ihre Männer und Söhne verloren, wurde am Dienstagabend bei der Gedenkstunde kein Kranz an den Soldatengräbern niedergelegt. Stattdessen geht eine Spende an die Kriegsgräberfürsorge.
Pfarrer Norbert Steffen sprach ein kurzes Gebet. Er rief dazu auf, sich einander die Hand zu reichen. Das taten auch die Anwesenden, um still zu geloben, „alles zu tun, um Gewaltherrschaft und Krieg zu verhindern“, wie es Hermann Bokelmann nannte.
