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NWZonline.de Nachrichten Politik

PortrÄt Des Theologen Und Ns-Widerstandskämpfers: Dietrich Bonhoeffer

09.04.2020

Das Lied ist so etwas wie die Hymne der evangelischen Christen: „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ aus der Feder des Theologen und NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer und 1977 eingängig vertont von Liedermacher Siegfried Fietz wird regelmäßig in Silvester-Gottesdiensten gesungen, aber auch zu anderen Anlässen. Bonhoeffer hat das Gedicht im Dezember 1944 in einem Berliner Gestapo-Gefängnis verfasst. Es ist sein letzter erhaltener theologischer Text vor seiner Hinrichtung am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg (Oberpfalz).

An diesem Donnerstag, ausgerechnet der Gründonnerstag, jährt sich der Todestag Bonhoeffers zum 75. Mal. Der Theologe, 1906 in Breslau geboren, zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sein Wirken ist tief in Kirche und Gesellschaft verwurzelt. Viele Straßen und Schulen, Kirchen und sogar eine Klinik in Ahlhorn (Kreis Oldenburg) tragen heute seinen Namen. Eine Statue Bonhoeffers thront an der Fassade der Westminster Abbey in London.

Bonhoeffer wächst im Berliner Villen-Stadtteil Grunewald auf. Beruflich kommt er schnell voran. Mit 21 Jahren promoviert er, mit 24 ist er habilitiert und mit 25 Privatdozent. Ungewöhnlich für die damalige Zeit sind die vielen Auslandsaufenthalte: Rom, New York, Barcelona und als Pfarrer in London. Er erlebt die Rassentrennung in den USA hautnah. Schon bei der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 warnt er davor, dass der „Führer“ ein „Verführer“ ist. Nach den „Notverordnungen“ ruft er seine Kirche zu politischem Widerstand auf. Er leitet das Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finkenwalde bei Stettin, das 1937 von der Gestapo geschlossen wird. Am 2. Juni 1939 macht sich Bonhoeffer auf den Weg nach Amerika; voller Selbstzweifel kehrt er aber wenige Wochen später nach Deutschland zurück und schließt sich einer Widerstandsgruppe um Generalmajor Hans Oster im deutschen militärischen Geheimdienst an. Doch das riskante Doppelleben fliegt auf; am 5. April 1943 wird er verhaftet. Nach einer Scheingerichtsverhandlung wird Dietrich Bonhoeffer in der Morgendämmerung des 9. April 1945 im Innenhof des Arrestblocks des Konzen­trationslagers Flossenbürg zum Tod am Galgen geführt.

Sein Name steht in einer Reihe mit den Widerstandskämpfern des 20. Juli 1944. Für die Protestanten ist der Märtyrer zum Heiligen avanciert. Seine christliche Ethik gilt als politischer Auftrag. Anlässlich des 75. Jahrestags schreibt der frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber: „Eine „Kirche für andere“ in Bonhoeffers Sinn steht auf der Seite von Menschen, die in ihrer Freiheit bedroht und um Leib und Leben fürchten müssen.“

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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