Berne - Ein Denkmal, das an die einst in Berne lebenden Juden erinnern soll, wird es in absehbarer Zeit in der Gemeinde geben. Darüber herrschte im Fachausschuss kürzlich noch Einigkeit. Uneins waren die Mitglieder indes in der Frage, wo dieses Denkmal stehen und wie es aussehen soll.
Die CDU-Gemeinderatsfraktion hat sich bereits festgelegt. In einem Antrag, den sie schon im September formuliert hat (die NWZ berichtete), fordert sie, bei der Gestaltung dem Entwurf zu folgen, den Reinhard Rakow (Berne) gemeinsam mit dem Bildhauer Raymon E. Müller (Jade) im Sommer vorgestellt hatten.
Danach soll diese Gedenkstele ein 2,50 Meter großer Betonquader mit einer herausgeschnittenen Ecke werden. Das Keilstück soll wiederum auf halber Höhe an der Stele befestigt werden. Außerdem soll auf diesem Steinstück eine Metallplatte mit den Namen der Juden, die in Berne gelebt haben, angebracht werden.
Als Standort haben Rakow und Müller den Platz an der Ollen gegenüber vom Breithof vorgeschlagen, damit es eine „Sichtbeziehung“ zum Kriegsdenkmal gibt.
„Wir sind der Meinung, dass man diesem Vorschlag folgen sollte“, sagte Fraktionsvorsitzender Karl-Ernst Thümler in der Sitzung. Darüber war Dr. Verena Delius „Grüne) „verwundert“. Delius: „Vor Jahresfrist hat sich die CDU noch dem Gedenken an die Berner Juden verweigert.“ Die Ratsfrau kritisierte zudem, dass den vorgeschlagenen Entwurf einer Gedenkstele viele Bürger (noch) gar nicht kennen würden.
„Verwundert“ über den Antrag zeigte sich auch Jens Bischoff (SPD). Nach seiner Einschätzung solle nicht der Gemeinderat beschließen, wie diese Stele aussehen soll, sondern der Sanierungsbeirat, der auch bei der Maßnahme „Sanierung historischer Ortskern“ ein gewichtiges Wort mitzureden habe. „Wir sind nicht gegen die Gedenkstele, aber wenn wir jetzt einen Beschluss fassen, übergehen wir den Sanierungsbeirat“, lehnte Bischoff für seine Fraktion den CDU-Antrag ab.
Bürgermeister Franz Bittner gab mit Blick auf die Umgestaltung des Breithofs und dessen Umgebung zu bedenken, dass man „eine Stele nicht einfach irgendwo hinstellen und anschließend wieder verstellen kann“. Bittner: „Einen Platz für die Stele wird es geben, aber in einem Gesamtplanungskonzept.“
Die Niedersächsische Landgesellschaft als Träger der Sanierungsmaßnahme schlug dagegen als Standort einen Bereich neben dem favorisierten Platz vor, weil an dieser Stelle an der Ollen die Sanierungsplaner künftig lieber den Mai- oder Weihnachtsbaum aufstellen wollen.
„Unser Ziel war, das Thema nicht zu vergessen“, stellte daraufhin Karl-Ernst Thümler klar. „Genau das ist uns mit dem Antrag gelungen.“
