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Mineralstoffdeponie Ein Loch in der Erde keine hinreichende Begründung

kd

DöHLEN - Wenn der Standort der geplanten Mineralstoffdeponie an der Krumlander Straße wirklich nur danach ausgesucht wurde, weil es dort durch den Sandabbau bereits ein Loch in der Erde gebe, dann sei das „kein sachlich tragfähiges Auswahlkriterium“, sagte am Donnerstag Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann (CDU). „Abfall gehört nicht da hin, wo man gerade die Löcher hat“, meinte der Landespolitiker bei einem Besuch vor Ort.

Lindemann kam offensichtlich ins Grübeln nach dem aufschlussreichen Vortrag von Claus Rohde von der Bürgerinitiative Steinhöhe. Das für die Genehmigung zuständige Gewerbeaufsichtsamt müsse den „absoluten Risikoausschluss“ feststellen, sagte Lindemann. Ansonsten sei das Vorhaben nicht genehmigungsfähig.

Besonders erstaunt war Lindemann, dass die Deponie offenbar auf sandigem Untergrund geplant sei. Andernorts würden massive Tonschichten im Untergrund zusätzlich zur künstlichen Folienabdichtung gefordert.

Die Durchlässigkeit des Untergrundes mit den großen Gefahren für das Grundwasser ist nur ein Argument der breiten Front der Deponiegegner. Claus Rohde zählte noch einmal die vielen Risiken auf. Es sei eben nicht nur eine „Bauschuttdeponie“. Vielmehr sei auch die Einlagerung vieler gefährlicher Stoffe geplant. Rohde nannte zum Beispiel Phenole, Benzole, Asbest und sogar Dioxine, die auf der Abfallliste der Antragsteller auftauchten. Gefährliche Stoffe, die über das Grundwasser Mensch und Tier gefährdeten oder auch als Feinstaub durch die Luft gewirbelt würden, wie der Vorsitzende der Initiative, Rainer Beewen, betonte.

Dabei gibt es im Umkreis von 1000 Metern etliche große Tierhaltungsanlagen. Eine Kontamination von Luft und Wasser mit dem Ergebnis, dass diese Stoffe in die Nahrungsmittelkette gelangen könnten – eine Katastrophe, wie ein Vertreter der Deutschen Frühstücksei auch bei diesem Termin noch einmal betonte. Das Unternehmen hat in Döhlen 8,3 Millionen Euro in einen Legehennenstall investiert. Da war von einer Deponie direkt nebenan noch keine Rede.

Anwälte und Naturschutzverbände sind eingeschaltet. Die Bürgerinitiative wünscht sich ein faires Verfahren. Diesen Wunsch hat Umweltstaatssekretär Dr. Birkner bereits bei einem Termin vor Ort mitgenommen (die

NWZ

  berichtete). Dafür will sich auch der Minister einsetzen.
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