Dötlingen - Eine funktionierende Wirtschaft sei die Grundvoraussetzung für eine gute und solide Rente, das hat Prof. Dr. Otto Wulff, Bundesvorsitzender der Senioren Union, bei einer Diskussionsveranstaltung mit CDU-Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen am Mittwoch in Dötlingen betont. Ebenfalls an der Diskussion teilgenommen haben Jannes Böck (Wesermarsch) und Carlos Oltmanns (Großenkneten) – die beiden sind in der Jungen Union aktiv. Und damit sie im Alter nicht von Armut bedroht sind, betonte Wulff die Wichtigkeit, schon heute über die Zukunft nachzudenken. Dazu gehöre auch, sich bewusst zu machen, dass es einzelne Berufe in der Zukunft nicht mehr geben werde.
„Wir müssen Altersarmut verhindern, das darf aber nicht auf dem Rücken der Jugend ausgetragen werden“, sagte Wulff. Denn dann sehe er sogar die Demokratie in Gefahr: Wenn es immer mehr alte Menschen gibt, dann könnten diese die Demokratie nutzen, um die jungen Menschen zu überstimmen. „Lasst euch nicht überfordern“, appellierte er an Böck und Oltmanns, stellvertretend für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Böck und Oltmanns (beide 19 und Studenten) sind sich einig, dass in der Rente eine Grundsatzdiskussion über die demografische Entwicklung zu führen ist. „Denn so, wie das Rentensystem im Moment aufgestellt ist, wird es für uns nicht mehr funktionieren“, betonte Böck.
Aber auch Frauen dürfe man in Sachen Altersarmut und Rente nicht aus den Augen verlieren, warf Heidi Exner, Vorsitzende der Senioren Union Oldenburger Land, ein. „Wie soll eine alleinerziehende Mutter, die als Frisörin den Mindestlohn verdient, denn ein Kind großziehen und selbst noch privat vorsorgen“, fragte sie.
Fakt sei, dass Deutschland immer älter werde und die jungen Menschen in der Zukunft fehlen würden, führt Grotelüschen aus. Das habe nicht nur Auswirkungen auf die Rente, sondern auch auf den Fachkräftemangel. Dieses Thema wurde ebenfalls von Senioren und Junger Union diskutiert. Einig waren sich alle darin, dass eine gezielte Zuwanderung, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen, sinnvoll sei. Zuwanderung dürfe aber nicht mit Asyl in einen Topf geworfen werden, betonte Grotelüschen. Asyl sei eine humanitäre Hilfeleistung.
