Dötlingen - Die Motorsportgemeinschaft (MSG) Hunte-Delme ist auf der Suche nach einem neuen 1. Vorsitzenden. Sportleiter Klaus Jokiel ist aber optimistisch, dass der Verein dieses Jahr einen neuen Vorsitzenden präsentieren kann. Das sagte er am Sonntag beim MSG-Neujahrsempfang im „Dötlinger Hof“, bei dem er neben Vereinsvertretern und Kommunalpolitikern auch Bürgermeister Ralf Spille und den Ersten Kreisrat Christian Wolf begrüßen konnte, die beide ebenfalls das Wort ergriffen.
Kommissarischer Vorsitz
Jokiel entschuldigte den 2. Vorsitzenden Lutz Lindemann, der aus familiären Gründen nicht am Neujahrsempfang in Dötlingen teilnehmen konnte. Der 1. Vorsitzende Pierre Henning hatte 2016 seine letzte Wahl angenommen und angekündigt, 2018 das Amt niederzulegen. Somit leitet Lindemann seit einem Jahr kommissarisch den Verein. In der Rückschau auf 2018 strich Jokiel die Trecker-Rallye und das Seifenkistenrennen heraus und bedankte sich für die Unterstützung der Helfer aus der Gemeinde.
Bürgermeister Spille hob die Bedeutung der Vereinsarbeit hervor. Davon profitiere die Gemeinde Dötlingen. Es sei unumgänglich, dass die Vereine immer wieder neue Ideen kreieren und mit der Zeit gehen müssten.
Angesichts des außergewöhnlichen Wetterjahres 2018 sprach Spille die Arbeit des Arbeitskreises Energieeffizientes Dötlingen an, der viel für eine bessere Umwelt tue. Jüngstes Beispiel sei das neue E-Auto, das mit Strom aus der Solaranlage auf dem Dach des ehemaligen Feuerwehrhauses gespeist werde.
Der Breitbandausbau sei auch in der Gemeinde Dötlingen sichtbar, doch spürbar sei er noch nicht. Spille hofft, dass die Anschlüsse nun bald geschaltet werden und darauf, dass die zweite Ausbaustufe unbürokratischer und schneller vonstatten geht. Seine Kritik richtete sich an Land und Bund. Dem Landkreis Oldenburg hingegen bescheinigte er gute und zügige Arbeit.
Der Bürgermeister freute sich, dass der Ausbau des Heideweges und der Bau des Radweges von Klattenhof nach Neerstedt endlich über die Bühne gehen – im Gegensatz zum Industrie- und Gewerbegebiet Hockensberg.
Die Finanzen werden nach Ansicht Spilles in den nächsten Jahres ein großes Thema in der Gemeinde. „Insbesondere aufgrund der hohen Abschreibungen von fast zwei Millionen Euro gelingt es uns immer weniger, unseren Ergebnishaushalt auszugleichen. Wir müssen daher auf der Ausgabenseite jeden Euro dreimal umdrehen und auf der Einnahmenseite versuchen, zumindest eine Verstetigung und wenn möglich eine Verbesserung zu erzielen. Ob damit ein Ausgleich zu erreichen ist, werden die Haushaltsberatungen in den nächsten Wochen zeigen.“
Bei den Investitionen stünden 2019 zwei Vorhaben oben an: der An- und Umbau des Rathauses sowie – je nach Entscheidung des Rates und eventueller Fördergeber – die Einrichtung des Hauses der Generationen in Neerstedt. Das Volumen der beiden Projekte betrage mehr als zwei Millionen Euro.
Erster Kreisrat Wolf erwähnte die jüngsten Entscheidungen des Kreistages, die auf soliden Finanzen beruhten: Investitionen in Schulen und Straßen sowie Schuldenabbau. Er riss auch die Themen Integration, die gute Wirtschaftslage und niedrige Arbeitslosigkeit, die Afrikanische Schweinepest und den Breitbandausbau an.
Ruppiger Umgang
Sorge bereite dem Landkreis der Umgang in der Gesellschaft, der rauer und ruppiger werde. „Das spüren wir auch als Kreisverwaltung“, so Wolf. Als Beispiel nannte er verweigerte Baugenehmigungen und Führerscheinentzug. „Grenzen werden überschritten, wenn unsere Mitarbeiter und Rettungskräfte beschimpft, beleidigt und angegriffen werden.“ Der Kreisrat hat auch kein Verständnis dafür, wenn Entscheidungsträger des Landkreises in Sozialen Medien persönlich angegriffen würden. Für den Zusammenhalt in der Gesellschaft sei es wichtig, andere Meinungen und demokratische Entscheidungen zu achten. Wolf: „Ich war für die Beibehaltung des gelben Sackes, der Kreistag hat aber für die gelbe Tonne gestimmt. Damit muss auch ich jetzt leben.“
