DöTLINGEN - Nach dem Ausschluss von Klaus-Walther Löhlein aus der SPD-Gemeinderatsfraktion trafen sich die Dötlinger Genossen am Dienstagabend im Schützenhof „Unter den Linden“ in Dötlingen zur Ortsvereinsversammlung. Mit Spannung wurde der Bericht des neuen Fraktionsvorsitzenden erwartet, aber diesmal ergriff Rudi Zingler nicht das Wort. Da er erst vor kurzem die Arbeit übernommen habe, bat er noch einmal Harri Brendler, den langjährigen Fraktionsvorsitzenden und jetzigen Stellvertreter, um einen Rückblick.
Vor allem zwei Personalien führte Brendler an. Zum einen bedauerte er den Rücktritt von Gertrud Essing, die sieben Jahre lang eine kompetente Ratsarbeit gemacht hätte und als Aktivposten nun fehlen würde. Zum anderen sprach Brendler den Wechsel im Fraktionsvorsitz an. Damit sei ein fälliger Generationswechsel vollzogen worden. Zingler hätte die drittmeisten Stimmen bei der Gemeinderatswahl erhalten und sei von Anfang an dabei, so Brendler. Er äußerte sich nicht zum Fraktionsausschluss von Löhlein, sondern verwies auf eine schriftliche Stellungnahme der Fraktion an den Ortsverein.
Unter dem Punkt Aussprache kam aus der Mitgliedschaft der Vorwurf, dass über die Unstimmigkeiten und den folgenden Fraktionsausschluss von Klaus-Walther Löhlein nur intern in schriftlicher Form informiert worden sei. „Bei einem derart wichtigen Punkt müssen die Parteimitglieder informiert werden!“, so Hans-Jürgen Ziemann. Schneidewind wies auf ein Rundschreiben hin, in dem über den Schritt berichtet worden sei. Ziemann: Dies sei nicht genug. Es reiche nicht, auf der Ebene Vorstand-Fraktion zu entscheiden und dann vor vollendete Tatsachen zu stellen. Ziemann warf „stalinistische Parteiorganisation“ vor. Das könne es nicht sein, sagte der Neerstedter.
Schneidewind räumte ein, in der Richtung vielleicht einen Fehler gemacht zu haben. Harald Meyer gab zu bedenken, dass der erste Vorsitzende erst kurz im Amt sei und ihm dieses Vorgehen nachzusehen sei. Schneidewind hatte im Frühjahr den Vorsitz übernommen, seinerzeit ebenfalls von Löhlein. Schließlich gab sich Ziemann mit der Entschuldigung zufrieden. Dennoch erfolgte die Entlastung des Vorstandes nur in finanzieller Hinsicht, wie er betonte.
Der Vorsitzende Schneidwind hielt einen Jahresbericht, der relativ kurz ausfiel. Außerdem berichtete Harald Meyer aus der Kreistagsarbeit. Abschließend sprach MdB Holger Ortel über bundespolitische Themen.
Klaus-Walther Löhlein nahm an der Versammlung teil, äußerte sich aber nicht.
„mehr Unübersichtlichkeit“ im Dötlinger Etat
