Lintel - Die Dorferneuerung kommt endlich in Fahrt: Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt hat am Mittwoch die Schaffung eines Aufenthaltsbereiches am Schießstand in Lintel als private Maßnahme durch die Dorfgemeinschaft Lintel einstimmig befürwortet. Die Gemeinde übernimmt 30 Prozent der Kosten, maximal aber 29 000 Euro. Die Mittel kommen aus dem Haushaltsansatz für die Dorferneuerung in Altmoorhausen, Hemmelsberg, Hurrel und Lintel.

Guido Einemann präsentierte stellvertretend für die Dorfgemeinschaft Lintel den Ausschussmitgliedern die Baupläne: Hinter dem Schießstand soll ein Gebäude errichtet werden, in dem ein Lagerraum für Tische, Stühle, Bänke, Verkehrsschilder, Gartengeräte sowie Fahnenmasten der Schützen vorgesehen ist. In einem zweiten Lagerraum sollen Getränke untergestellt werden. Zum anderen plant die Dorfgemeinschaft in dem Gebäude eine behindertengerechte Damen-Toilette und ein Herren-WC unterzubringen. Dafür habe man sich entschieden, weil die Toiletten im Schützenhaus sehr eng seien, erläuterte Einemann. Im vorderen Bereich soll ein Pavillon an das Gebäude angeschlossen werden.

Einemann ist überzeugt, dass der Bau als private Maßnahme der Dorfgemeinschaft günstiger zu errichten ist, da ein großer Teil der Arbeit in Eigenleistung verrichtet werden könne. Die Dorfgemeinschaft rechnet laut Einemann mit Kosten in Höhe von 80 000 bis 90 000 Euro. Finanziert werden soll die Maßnahme von Gemeinde (30 Prozent), Fördermitteln der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL) (30 Prozent) und Dorfgemeinschaft (40 Prozent). In einem zweiten Teil im Rahmen der Dorferneuerung soll der Außenbereich als öffentliche Maßnahme gestaltet werden. Hier sollen vor dem Pavillon Sitzmöglichkeiten und ein Spielplatz entstehen.

Einemann betonte die Wichtigkeit des Projektes: Die Schützenhalle sei der Dorfmittelpunkt, da im Ort keine Gaststätte mehr vorhanden ist. Obwohl die Dorfgemeinschaft Lintel Antragsteller ist, soll der Neubau in Zukunft auch dem Schützenverein zur Verfügung stehen. Unter den anwesenden Ausschussmitgliedern herrschte Konsens: Sie zeigten sich froh über den Start der Dorferneuerung. So äußerte sich Hilko Finke (Grüne): „Ich bin froh, dass das Geld nicht weiter gehortet wird.“

In einem ersten Plan sollte der Aufenthaltsbereich als öffentliche Maßnahme errichtet werden. Schätzungen hatten Kosten von über 100 000 € Euro ergeben, die Gemeinde sieht in diesem Jahr pro Dorf aber nur 50 000€ Euro für die Dorferneuerungsmaßnahmen vor. Für diesen Betrag hätte lediglich der Rohbau errichtet werden können. Das Amt für Landentwicklung teilte mit, dass ein reiner Rohbau nicht förderfähig sei, es müssten zumindest auch die Anschlüsse gelegt und Türen angebracht werden. Dies wäre auch mit den möglichen Fördermitteln nicht realisierbar gewesen.

Bei der Durchführung als private Maßnahme durch die Dorfgemeinschaft sind zum einen keine öffentlichen Ausschreibungen erforderlich und zum anderen können die geplanten Eigenleistungen zum Teil bei der Förderung berücksichtigt werden.