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NWZonline.de Nachrichten Politik

Politisches Glaubensfest beendet

24.06.2019

Dortmund Das große Finale feiern Zehntausende Gläubige mit Blick auf den heiligen Rasen. Wo sonst Borussia Dortmund seine Siege feiert und seine Pleiten betrauert, geht der 37. Evangelische Kirchentag am Sonntag mit einem festlichen Freiluftgottesdienst zu Ende. Im Fußballstadion ruft Kirchentagspräsident Hans Leyendecker den Christen zu: „Dortmund kann Kirchentag.“ Bevor die 32 000 Besucher mit ihren grünen Kirchentagsschals aus der nicht ganz halb gefüllten Arena – und weitere 5000 Menschen aus dem nahe gelegenen Westfalenpark – wieder in Richtung Heimat strömen, mahnt Leyendecker: „Lasst uns gehen und unsere Welt menschenfreundlicher machen!“

Das Treffen vornehmlich sozialliberaler Christen hat in diesen Tagen klar Position bezogen: für einen stärkeren Kampf gegen Rechts, eine humanere Flüchtlingspolitik, einen stärkeren Klimaschutz, Geschlechtergerechtigkeit. Doch bei den Diskussionen fehlte häufig die Kontroverse, die offensive Gegenstimme. Nicht selten debattierten Vertreter einer Mitte-Links-Politik unter sich, man suchte Selbstvergewisserung anstatt harter Debatten. Auf den Podien sei doch manches „ein wenig sehr wohlwollend und im Konsens vorangegangen“, räumte Generalsekretärin Julia Helmke dann auch ein.

Das lag auch daran, dass AfD-Politiker nicht eingeladen waren. Ein umstrittener Beschluss, von Leyendecker eisern verteidigt – und begründet mit einer AfD-„Verbrüderung“ mit Rechtsextremisten. Hochkarätige Vertreter aus dem konservativen Lager der Union waren allerdings auch kaum an Bord – starke Stimmen wie Friedrich Merz oder Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen (beide CDU) fehlten beispielsweise.

Bei dem Glaubensfest unter dem Motto „Was für ein Vertrauen“ durfte es mitunter auch reines Geplauder sein. So wurde Grünen-Parteichef Robert Habeck, der nicht an Gott glaubt, bei einem Kurzinterview mit Applaus zugeschüttet – ohne inhaltlich viel gesagt zu haben. Beim Kirchentagspublikum, einer Mischung sozial-engagierter Menschen im Spektrum zwischen Rot, Grün und gemäßigtem Merkel-Schwarz, hatte es der schon als neuer Kanzler gehandelte Habeck nicht schwer, zu bestehen, ja gar zu begeistern.

Gleichwohl packte der Dortmunder Kirchentag viele große und drängende Fragen der Zeit an. Das Mittelmeer als „Friedhof der Menschenrechte“ war als ein eindringliches Bild präsent in Dortmund. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, und Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando appellierten Hand in Hand an die europäischen Länder, gerettete Flüchtlinge aufzunehmen. Die protestantische Laienbewegung setzte ein Ausrufezeichen beim Klimawandel, trat als Verbündeter der „Fridays for Future“-Bewegung auf und verabschiedete eine Resolution, die mehr Einsatz und Tempo im Kampf gegen die globale Klimaerwärmung fordert.

Und: Klare Kante gegen Rechtsextremismus ist eine der Überschriften bei dem Großevent. „Wir haben es heute mit einem neuen Monster zu tun“, betonte Leyendecker.

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