Hude - Stille herrschte im Forum der Peter-Ustinov-Schule Hude, während der Rosenverkäufer Sad sagt: „Es stimmt. Ich bin dreckig. Ich wasche meine Hände, aber ich bleibe dreckig. Das stimmt.“
Der arabische Flüchtling und illegal in Deutschland lebende Sad ist in Wahrheit Mathias Kopetzki. Der Schauspieler schlüpfte für einen Abend in die Rolle des Verkäufers und führte in Hude das Solo-Stück „Dreck“ von Robert Schneider auf.
Organisiert wurde der Theaterabend von der Huder Bürgerstiftung. Knapp 140 Personen kamen in das Schulforum und sorgten so dafür, dass eine „wirklich gute vierstellige Summe“ für die Huder Flüchtlingshilfe zusammengekommen ist, meint Gerburg Schaller von der Stiftung. „Das war wirklich ein toller Erfolg“, sagt sie.
Anhand des großen Andrangs ist zu sehen, wie wichtig dieses Ein-Mann-Stück in den heutigen Zeiten ist, in denen kaum ein Tag ohne Pegida, islamistischem Terror und neuen Meldungen über die Flüchtlingsströme vergeht. Kopetzki habe es mit seiner schauspielerischen Leistung geschafft, die verschiedenen Stimmungen des Stückes sehr gut zu vermitteln. Denn auch wenn die Thematik rund um Hass gegen Ausländer „keine leichte Kost ist“, wie Schaller betont, so bietet der immer wiederkehrende Humor in dem Monolog doch Erleichterung für die Zuschauer. „Im Raum war wirklich knisternde Stimmung zu spüren. Jeder hat, glaube ich, einen kleinen Spiegel mit im Gepäck gehabt, als er nach Hause gegangen ist“, sagt Schaller.
Und nicht nur das Publikum habe den Abend genossen – auch Kopetzki fühlte sich wohl im Klosterort, in dem er als Kind aufwuchs. „Er war zum einen positiv überrascht von der Anzahl der Zuschauer und außerdem ganz begeistert von der Akustik des Raumes“, erzählt Schaller.
Im Anschluss an das Stück sei er noch mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen, so dass der Abend länger ging als erwartet.
Die nächsten Veranstaltungen der Bürgerstiftung sind schon in Planung. Im Sommer soll es Lesungen an ungewöhnlichen Orten geben. Was genau ungewöhnliche Orte sind – ob Gärten, Parkbänke oder Straßenecken – stehe noch nicht fest. Aber sicher ist, dass diese Lesungen auf jeden Fall von Huder Bürgern für Huder Bürger sind. Da könnten alle lesen, die möchten, meint Schaller.
