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NWZonline.de Nachrichten Politik

Drei Polizisten wohl aus Hinterhalt erschossen

18.07.2016

Baton Rouge Die USA kommen nicht zur Ruhe: Nur zehn Tage nach dem tödlichen Heckenschützen-Angriff von Dallas mit fünf getöteten Polizisten sind erneut Beamte erschossen worden. Dieses Mal tötete ein Mann in Baton Rouge im US-Staat Louisiana drei Polizisten und verletzte drei weitere, wie die Behörden mitteilten. Der mutmaßliche Schütze wurde am Tatort erschossen. Ob die Attacke vom Sonntag etwas mit dem Tod des Afroamerikaners Alton Sterling bei einem Polizeieinsatz Anfang Juli in demselben Ort zu tun hat, war unklar.

Präsident Barack Obama mahnte die Amerikaner zur Einheit und zur Abkehr von einer von Hass und Hetze geprägten Rhetorik. Seinen Appell werteten Beobachter auch als Spitze gegen den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump. Vize-Präsident Joe Biden verurteilte die „verabscheuungswürdige“ Tat. Sie sei ein Angriff auf die amerikanische Lebensart.

Am Sonntagmorgen waren Beamte in Baton Rouge einem Notruf wegen eines mit einem Sturmgewehr bewaffneten Verdächtigen nachgegangen und dann aus dem Hinterhalt minutenlang beschossen worden. Der Vorfall ereignete sich an einer Tankstelle auf einer Autobahn. Der Zustand eines der verletzten Beamten war nach Behördenangaben kritisch.

Der mutmaßliche Täter wurde als Gavin L. identifiziert. Er soll von 2005 bis 2010 in der US-Marine gedient und den Rang eines Unteroffiziers erreicht haben. Zwischen Juni 2008 und Januar 2009 war er Militärakten zufolge im Irak. Er bekam zudem mehrere Medaillen, darunter für Wohlverhalten.

Die Behörden gingen davon aus, dass L. der einzige Schütze in Baton Rouge gewesen sei, sagte Polizeisprecher Doug Cain. Doch sei nicht auszuschließen, dass er Komplizen gehabt habe. Zwei Verdächtige, die am Abend festgenommen wurden, wurden später ohne Anklage wieder auf freien Fuß gesetzt. In Kansas City belagerten Beamte zudem ein Haus, das auf den Namen von L. registriert war. Er hatte es nach Polizeiangeben darauf angelegt, Polizisten zu töten.

Vor knapp zwei Wochen waren in Dallas fünf Beamte von einem schwarzen Heckenschützen erschossen worden, der nach eigenen Angaben aus Hass auf Weiße handelte. Die Tat ereignete sich bei einem Protestmarsch gegen Polizeigewalt gegen Schwarze. Hintergrund war die Tötung des Afroamerikaners Philando Castile während einer Verkehrskontrolle am 6. Juli in St. Paul in Minnesota und ein tödlicher Polizeieinsatz gegen den dunkelhäutigen Sterling in Baton Rouge.

Obama sagte im Weißen Haus: „Attacken auf die Polizei sind Attacken auf alle von uns und die Rechtsstaatlichkeit, durch die die Gesellschaft möglich wird.“ Er äußerte sich am Vorabend des Parteikonvents der Republikaner, auf dem Donald Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden soll. Der Immobilienmogul bezeichnete den jüngsten Vorfall als Beleg dafür, dass es dem Land an Führungskraft mangele.

Obama hielt dagegen, ohne Trump dabei Namen zu nennen: „Wir brauchen keine hetzerische Rhetorik. Wir brauchen keine leichtfertig dahingeworfenen Anschuldigungen, um politisch zu punkten und eine Agenda voranzutreiben. Wir müssen unsere Worte zügeln und unsere Herzen öffnen (...) alle von uns.“

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