Großenkneten - Die Großenkneter Teilnehmer waren zu Gast bei einem Empfang in ihrer eigenen Gemeinde. Zu dem festlichen Abendessen im Gasthaus Kempermann hatte nämlich die Gemeinde Evergem eingeladen. Dafür waren die neun Belgier eigens für einen Tag nach Kneten gekommen. Das zeigt, wie sehr ihnen die Ehrung von Heinz Heinsen (79), Ratsvorsitzender und langjähriger Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses, am Herzen lag. Mit ihm wurden Daniel Notteboom (73) und Gilbert Theylaert (80) aus Evergem geehrt. Sie haben sich auf der belgischen Seite von Beginn an um die Partnerschaft verdient gemacht und waren mit nach Kneten gereist.
Blühende Partnerschaft
Evergems Bürgermeister Joeri De Maertelaere nahm die Ehrung vor – in deutscher und flämischer Sprache. Alle drei seien seit 42 Jahren immer bei der Partnerschaft dabei gewesen. „Sie verläuft immer in guter Atmosphäre.“ Die Treffen sind daher stets unvergesslich“, so der Evergemer Bürgermeister. Am Anfang der gegenseitigen Besuche und Kontakte sei das vereinte Europa noch ein Traum gewesen. „Heute gibt es keine DM mehr, keinen belgischen Franken, sondern den Euro“, hob er hervor.
Von außen sei das Modell Europa für viele eine hoffnungsvolle Perspektive, doch innen seien viele nicht zufrieden, beschrieb Maertelaere die paradoxe Gegenwart. Leben in Frieden und Freiheit sei nicht überall normal, erinnerte er. Umso wichtiger seien Partnerschaften wie die zwischen Großenkneten und Evergem. „Wir danken für 42 Jahre. Sie sind ein Beispiel für uns, für eine blühende Partnerschaft und Freundschaft“, so de Maertelaere.
Er überreichte an Heinsen, Notteboom und Theylaert die Urkunden mit dem Text in beiden Sprachen als „Anerkennung der langjährigen und vielseitigen ehrenamtlichen Tätigkeit und damit verbundenen großen Verdienste um die internationale Partnerschaft“. Dazu gab es eine Ehrengabe, zudem von Ronald Snauwaert, Vorsitzender des Verbroederingscommissies, weitere Präsente.
Europäischer Gedanke
„Mehr als 40 Jahre Partnerschaftsarbeit: Wenn uns das einer vorher gesagt hätte, hätten wir es nicht geglaubt“, sagte Heinz Heinsen in seiner Dankesrede. Er erinnerte an den Start der Partnerschaft, die damals geprägt gewesen sei von Personen, die den Krieg noch erlebt hatten. „Wir brauchten die Jugend“, so Heinsen. damals Vorsitzender der Gemeindejugendrings. Plötzlich sei er Mitglied des Partnerschaftsausschusses gewesen und habe viele „fantastische Menschen“ bei den Begegnungen kennen gelernt.
„Es ist nicht selbstverständlich“, betonte Heinsen, dass es immer wieder tatkräftige Frauen und Männer benötigt werden, die den europäischen Gedanken fördern.
Dass die drei geehrten Männer dazu zählen, daran ließ Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke in seinem Wortbeitrag keinen Zweifel. „Es braucht starke Säulen, die das Ganze immer begleiten“, sagte er. So habe sich Heinsen auf der Großenkneter Seite immer wieder für die Partnerschaft eingesetzt und geworben.
Nach dem kurzen offiziellen Teil ging es beim festlich gedeckten Tisch um das, was diese Partnerschaft ausmacht: die Pflege freundschaftlicher Kontakte über (Sprach-)Grenzen hinweg. Am Donnerstagmorgen gab es noch ein gemeinsames Frühstück, dann ging es für die Belgier schon wieder zurück in die Heimat.
