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Bildung Dünser Schule ist „mehr als Gewohnheit“

Christian Korte

Dünsen - Die Stimmung in Dünsen ist eindeutig: Der Rat der Gemeinde Dünsen fordert die Samtgemeinde auf, die Grundschule Dünsen als eigenständige Schule zu erhalten und den Einzugsbereich der Schule zu öffnen.

Für den Fall, dass die Samtgemeinde sich doch für die Schließung entscheidet, kündigt die Gemeinde vorsorglich an, dass sie weder willens noch finanziell in der Lage ist, das Schulgebäude nach der Schließung zu übernehmen.

Das ist das formale Ergebnis der Sitzung des Rates der Gemeinde Dünsen am Sonntagnachmittag, und dafür erntete Bürgermeister Hartmut Post in der folgenden Bürgerversammlung, die wie die Ratssitzung in der Kirche stattfand (NWZ  berichtete) tosenden Applaus der rund 300 Anwesenden.

Zahlen weichen ab

Der Rat hatte sich damit zu 100 Prozent hinter die Forderungen von Schulelternrat und Förderverein der Dünsener Grundschule gestellt.

Nach einem Rückblick auf die Geschichte der Schule von Jutta Hohnholz stellte René Ruckgaber vom Förderverein während der Bürgerversammlung Zahlen und Daten vor, unter anderem die Abweichung von Prognosen und tatsächlichen Schülerzahlen. So habe die Prognose für 2014 bei 35 Schülern in Dünsen gelegen, tatsächlich besuchen 56 Jungen und Mädchen die Schule. Im Schnitt seien in den vergangenen Jahren jeweils vier Schüler mehr eingeschult worden, als es die Prognose nahe gelegt habe.

Setze sich der Trend fort, so Ruckgaber, werde die Schule nur in den Jahren 2016 und 2017 unter 50 Schülern bleiben. Insgesamt gebe es sechs einzügige Schulen im Landkreis Oldenburg, erinnerte Ruckgaber. Warum solle ausgerechnet die in Dünsen, die nicht einmal die kleinste sei, geschlossen werden?

Weniger Geld

Den von der Samtgemeinde angenommenen Sanierungs- und Raumbedarf bezweifeln die Kritiker aus Dünsen. Mit 100 000 bis 120 000 statt mit 500 000 Euro, so nehmen sie an, könne die Schule fit für die Zukunft gemacht werden. Zudem biete die Schule mit der Eingangsstufe eine wichtige pädagogische Alternative zur Harpstedter Grundschule.

Für Verstimmung unter den rund 300 Anwesenden in der Kirche sorgte auch die Information, dass in der Sitzung des Arbeitskreises Schulentwicklung, in der über die Empfehlung für die Politik abgestimmt wurde, nicht alle Mitglieder des Arbeitskreises anwesend gewesen seien. Dass überhaupt ein Stimmungsbild in der Sitzung abgefragt werden solle, sei den Mitgliedern vorher auch nicht bekannt gewesen, sagte der Grünen-Samtgemeinderatsherr Götz Rohde. Mehrfach wurde der Vorwurf laut, die Verwaltung stelle nur Informationen zur Verfügung, die gegen die Schule sprechen.

Viel Applaus

Viel Applaus bekamen die Kinder der Grundschule, für das Lied „Mehr als Gewohnheit“, in dem sie nach der Melodie von „More than a feeling“ und mit einem Text von Michael Günter ihre Schule besangen. Und auch der zehnjährige Yannick Hopp, der einen Brief seiner Klasse an Herwig Wöbse vorlas, erhielt viel Beifall.

Eine Antwort des Samtgemeindebürgermeisters gab es bisher nicht. Bis zum Ende der Versammlung um kurz nach 18 Uhr wollte Wöbse sich auch nicht festlegen, wie er sich im weiteren politischen Prozess positionieren wird.

Viele Eltern und Bürger aus Dünsen werden in der Schulausschusssitzung an diesem Donnerstag, 8. Januar, ab 19 Uhr im Hotel zur Wasserburg in Harpstedt verfolgen, wie die Diskussion um die Schule weiter geht.

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