DüSSELDOR - Zwei Terroristen der islamistischen El Kaida sind am Mittwoch nach eineinhalb Jahren Prozessdauer zu sechs und sieben Jahren Haft verurteilt worden. Ein dritter Angeklagter erhielt als Unterstützer des Terror-Netzwerks dreieinhalb Jahre Haft und kam auf freien Fuß, weil er bereits mehr als zwei Drittel seiner Strafe in der Untersuchungshaft verbüßt hat.
Erstmals stufte dabei ein deutsches Gericht El Kaida als ausländische terroristische Vereinigung ein. Das Verfahren am Düsseldorfer Oberlandesgericht war zudem das erste der Bundesanwaltschaft, das wesentlich auf Erkenntnissen aus einem „Großen Lauschangriff“ fußte.
Die Verteidiger hatten Freisprüche beantragt. Sie nannten das Urteil „hanebüchen“ und kündigten Revision beim Bundesgerichtshof an.
Der Haupttäter, ein 32-jähriger Syrer, hatte nach Überzeugung des Gerichts im Auftrag Osama bin Ladens Kämpfer in Deutschland rekrutieren und Geld beschaffen sollen. Außerdem hatte er sich erfolglos um gestohlenes, angereichertes Uran bemüht, das er in Luxemburg vermutete. Das Trio im Alter von 30 bis 34 Jahren wollte zur Geldbeschaffung Lebensversicherer in 28 Fällen um insgesamt mehr als vier Millionen Euro prellen. Dazu hatten sie geplant, den Unfalltod eines der Verurteilten in Ägypten vorzutäuschen.
Unterdessen hat der mutmaßliche Kieler El-Kaida-Helfer Redouane E.H. am Mittwoch den Vorwurf der Bildung einer terroristischen Vereinigung zurückgewiesen. Er gab jedoch zu, die Teilnahme an einer Sprengstoff-Ausbildung in Algerien geplant zu haben. „Ich bin fasziniert von militärischen Camps“, sagte der 37-Jährige.
