DüSSELDORF - Staatsanwälte haben am Montag in Düsseldorf eine U-Bahn-Baustelle inspiziert. Die Ermittler prüfen derzeit, ob sie wegen Unregelmäßigkeiten in Bau-Protokollen ermitteln sollen. Die Stadt Düsseldorf, die wie ihre Nachbarstadt Köln eine neue U-Bahn-Linie baut, hatte vor knapp zwei Wochen Anzeige erstattet. Vorher waren auch in der Landeshauptstadt verdächtige Bauprotokolle aufgetaucht. In Köln gibt es im Zusammenhang mit dem U-Bahn-Bau bereits drei Ermittlungsverfahren.

Der Bau-Konzern Bilfinger Berger kündigte unterdessen am Montag an, nach der Serie von Pfusch-Vorwürfen in Köln und Düsseldorf eine Expertenkommission zur Aufdeckung möglicher Schwachstellen bei der Qualitätskontrolle einzusetzen. Die Kommission werde von dem unabhängigen Experten Claus Jürgen Diederichs geleitet.

Die Düsseldorfer Protokolle betreffen die sogenannten Schlitzwände, die die Baugruben u. a. vor Grundwasser schützen. Hinsichtlich der Düsseldorfer U-Bahn besteht der Verdacht, dass die Protokolle von 27 Wandabschnitten gefälscht wurden.