DUISBURG - Der Duisburger Polizeipräsident Rolf Cebin hat sich für das Entfernen zweier israelischer Flaggen bei einer Demonstration gegen die Militäroffensive im Gazastreifen entschuldigt.

„Nach allem, was ich heute weiß, hätte ich die Situation anders gelöst, um eine Eskalation zu vermeiden“, erklärte Cebin am Dienstag. Das Entfernen der Flaggen sei aus heutiger Sicht die falsche Entscheidung gewesen. „Ich bedauere zutiefst, dass Gefühle – insbesondere jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger – verletzt wurden“, so Cebin weiter.

NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) begrüßte die Entschuldigung: „Das ist gut so, denn die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das geschützt werden muss.“ Wolf kündigte an, das Ministerium werde im Innenausschuss des Landtages „über diesen schwierigen Einsatz“ berichten.

Auch CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst übte massive Kritik und forderte Konsequenzen bei der Polizeiführung. „Dem Druck der Straße darf man nicht weichen.“

Am vergangenen Sonnabend hatten Polizisten bei einer Demonstration gegen die israelische Militäraktion die in einem Fenster und an einem Balkon angebrachten Fahnen abgehängt. Dazu mussten Polizisten gewaltsam in eine Wohnung eindringen.

Veranstalter der Kundgebung war die „Islamische Gemeinschaft Milli Görüs“ (IGMG), die vom Verfassungsschutz unter dem Verdacht islamistischer Bestrebungen beobachtet wird. Demonstranten hatten sich durch die Israel-Fahnen provoziert gefühlt und diese mit Schneebällen, Steinen und anderen Gegenständen beworfen.