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Kommunalpolitik In Nordenham „Blöde Kuh“ – Eklat auf Versammlung von Linkspartei

Horst Lohe

Atens - Durch die Linkspartei in Nordenham geht ein tiefer Riss. Der Vorsitzende der zweiköpfigen Kreistags- und Stadtratsfraktion, Thomas Bartsch, und die neugewählte Kreisvorsitzende Monika Zimmermann mit ihren Mitstreitern stehen auf der einen, Ortsverband-Vorsitzender Dietmar Lange mit Mitstreitern auf der anderen Seite.

Persönliche Angriffe

„Können wir nicht wieder zueinander finden? Das müssen wir jetzt auch hinkriegen“, appellierte Montagabend in der Gaststätte Bauernstube in Atens nach etwa einstündigen erbitterten Auseinandersetzungen Selma Schnapka an alle rund 15 anwesende Mitglieder. Es folgten aber weitere auch ins Persönliche gehende Kontroversen. Nach und nach verließen Mitglieder den Raum. Daraufhin löste sich die Versammlung ergebnislos auf.

Eingeladen hatte die neue Kreisvorsitzende Monika Zimmermann. An diesem Abend sollten die Mitglieder einen Kandidaten der Linkspartei für die Nordenhamer Bürgermeisterwahl am 8. November wählen. Im Gespräch dafür war nach NWZ -Informationen auch Thomas Bartsch.

Gleich zu Beginn sagte Francis Hope, diese Einladung sei unzulässig. Berechtigt dazu sei nur die Ortsgruppe.

„Wir sind der Nordenhamer Ortsverband“, entgegnete Monika Zimmermann. „Der Kreisvorstand hat eingeladen, weil es keinen handlungsfähigen Ortsverband-Vorstand gibt“, sagte Thomas Bartsch. Dietmar Lange rief daraufhin Monika Zimmermann zu: „Und du hälst mal die Klappe, du blöde Kuh.“

Er sei, so Dietmar Lange, einer der beiden Vorsitzenden des Ortsverbandes. Gleichberechtigte Vorsitzende sei Susanne Bedey. Für die Wahl eines Bürgermeisterkandidaten sei nach den Statuten nicht der Kreisverband, sondern der Ortsverband zuständig. „Das kann nur für Analphabeten umstritten sein“, sagte Dietmar Lange.

Thomas Bartsch habe zu viele Aufgaben übernommen, die er nicht ausfüllen könne. „Das ist häufig halber Kram.“ Dietmar Lange sagte weiter: „Die Linke ist nicht gleich zu setzen mit dem Fanclub Thomas Bartsch.“ Viele Parteimitglieder hätten bereits das Handtuch geworfen. „Wir sind ziemlich entblößt und stehen vor einem Neuaufbau.“ Zur Bürgermeisterwahl in Nordenham könne Thomas Bartsch als unabhängiger Bewerber antreten. Er brauche sich doch „nicht hinter den Linken verstecken.“

Albert Mumme stimmte mit Dietmar Lange darin überein, dass nur die Ortsgruppe und nicht „irgendein Gremium“ einen Bürgermeisterkandidaten der Linkspartei wählen kann. Thomas Bartsch sagte: „Der Vorstand der Ortsgruppe ist in einen Zustand der Selbsttherapie gegangen und hat die Arbeit einfach liegen lassen.“

Bartsch abgewählt

Wie die NWZ  berichtete, ist Thomas Bartsch am 20. Juli als einer der beiden Kreisvorsitzenden abgewählt worden. Für ihn wurde Marc Schellstede aus Brake gewählt. Weil Personen an der Wahl teilgenommen hatten, die seit längerer Zeit keine Mitgliedbeiträge mehr zahlen, ist die Gültigkeit der Wahl in Zweifel gezogen worden.

Thomas Bartsch sagte dazu Montagabend, dass zurzeit beim Bundesschiedsgericht der Linkspartei ein Verfahren zur Überprüfung laufe. Der Rechtsanwalt und Vorsitzenden der Linkspartei-Fraktion im Oldenburger Stadtrat, Hans-Henning Adler, sei als Moderator am 6. August zu einem klärenden Gespräch nach Nordenham gekommen. An der Beratung habe auch Dietmar Lange teilgenommen. Man sei sich darin einig geworden, dass am 17. August ein Protokoll der Kreismitgliederversammlung unterzeichnet werden sollte. Dietmar Lange sei dazu aber nicht erschienen. Im Oktober solle gemäß der Übereinkunft ein neuer Kreisvorstand gewählt werden, so Thomas Bartsch.

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