Edewecht - Zu einem besonderen Vortragsabend lädt der Gedenkkreis Wehnen – Angehörige von Opfern der NS-Euthanasie in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen – für nächsten Dienstag, 10. Februar, nach Edewecht ein: Im Mittelpunkt der Ausführungen von Dr. Ingo Harms steht Heinrich R., ein Edewechter, der im Dritten Reich Opfer der „Rassenhygiene“ wurde. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im „Haus der Begegnung“, Hauptstraße 86.

Ingo Harms, der als Medizinhistoriker in Oldenburg und Heidelberg tätig ist, stellt den Fall „Heinrich R.“ vor und erläutert den geschichtlichen Hintergrund.

Heinrich R. sei, so heißt es, am 16. August 1935 zwangssterilisiert worden. Der 22-jährige Sohn einer Edewechter Gastwirtsfamilie sei gegen seinen Willen nach Oldenburg transportiert und im Peter Friedrich Ludwig-Hospital operiert worden. Trotz hohen Fiebers und Wundschmerzen sei er nach zwölf Tagen entlassen worden und zwei Tage später gestorben.

Seine Mutter habe den Mut gehabt, gegen den Arzt, das Krankenhaus und den nationalsozialistischen Staat zu klagen. Ohne ihre Entschlossenheit wäre das Schicksal ihres Sohnes nie bekannt geworden, die Gesellschaft hätte ihn vergessen, wie es den meisten Opfern der „Rassenhygiene“ ergangen sei.

Mit dieser Veranstaltung will der Gedenkkreis Wehnen nicht nur an das Ende des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vom Faschismus vor 70 Jahren sowie an den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz (27. Januar 1945) erinnern, sondern auch der Opfer der nationalsozialistischen „Rassehygiene“ gedenken.