Kabul - Zwei Anschläge radikaler Islamisten haben am Montag in der afghanischen Hauptstadt Kabul 14 Sicherheitsleuten aus Nepal und einen Zivilisten das Leben gekostet. Für beide Bluttaten übernahmen die Taliban die Verantwortung. Bei einem weiteren Anschlag in der Provinz Badachschan im Nordosten starben mindestens zehn Zivilisten. Unklar blieb, wer hinter diesem Anschlag steht, bei dem eine Bombe an einem geparkten Motorrad explodierte.
Präsident Aschraf Ghani verurteilte alle drei Attentate in einer Erklärung. Die Terroristen schreckten selbst im heiligen Fastenmonat Ramadan nicht davor zurück, Menschen zu töten. Ihr Ziel sei es, „Angst unter den Menschen zu säen.“
Bei dem Anschlag auf die Nepalesen war der Taliban-Attentäter zu Fuß unterwegs. Er sprengte sich nach offiziellen Angaben in der Nähe des Minibusses in die Luft, mit denen die Wachleute unterwegs zur ihrer Arbeit in der Kanadischen Botschaft waren. Neun Menschen wurden verletzt, darunter fünf Nepalesen und vier Afghanen. Dutzende Polizeibeamte und viele Rettungswagen eilten zum Tatort.
Neben den Taliban erklärte sich auch der afghanische Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat für den Anschlag verantwortlich und gab den Namen des angeblichen Selbstmordattentäters an. Ob Taliban oder IS verantwortlich, war nicht unabhängig zu klären.
Der zweite Angriff in Kabul richtete sich gegen ein Mitglied der Kabuler Provinzregierung, einen Politiker namens Mawlawi Attaullah Faisani. Wie das Innenministeriums mitteilte, explodierte eine Bombe, als der Politiker in einem Fahrzeug vorbeifuhr. Der Abgeordnete und vier weitere wurden verletzt, ein Zivilist kam ums Leben. Ein Taliban-Sprecher bestätigte, dass der Politiker Ziel des Anschlag gewesen sei.
Die Taliban hatten ihren seit 15 Jahren laufenden Kampf gegen die vom Westen gestützte Regierung in Kabul in den vergangenen Monaten verstärkt. Derzeit führen sie ihre sogenannte Sommeroffensive. Ziel sind häufig Ausländer in der Hauptstadt Kabul sowie afghanische Sicherheitskräfte.
Auch in Badachschan sind die Taliban aktiv. Doch wiesen sie die Verwicklung in den Bombenanschlag vom Montag zurück. Dabei waren an einem geschäftigen Markt im Bezirk Kaschim neben den zehn Getöteten rund 40 Menschen verletzt worden, wie das Büro des Gouverneurs mitteilte. Auch Kinder und Frauen seien unter den Toten, hieß es. Zu diesem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.
