EDEWECHT - Es war wie schon 2003 eine Zitterpartie, doch am Ende hat sie es wieder geschafft: Die Edewechterin Sigrid Rakow (SPD) zieht erneut in den Niedersächsischen Landtag ein und wird zusammen mit dem Wahlkreissieger Jens Nacke (CDU) weiterhin Ammerländer Interessen in Hannover vertreten.
„Landesweit hat die SPD mit 30 Prozent ein sehr schlechtes Wahlergebnis erzielt. Das ist bitter und natürlich bedarf es der Analyse, warum es nicht gelang, Wähler von unserer Arbeit zu überzeugen“, sagte die Edewechterin. Freuen würde sie sich jedoch darüber, dass sie persönlich ihr Landtagswahlergebnis habe noch steigern können. Das führt Rakow unter anderem auf „einen noch engeren Kontakt zu Bürgern“ zurück; in Edewecht sei sie seit Ende 2006 zudem stellvertretende Bürgermeisterin.
2003 hatte Rakow 14 749 (Erst-)Stimmen (inkl. Briefwahl) erzielt, jetzt erhielt sie 18 085. Ihr CDU-Kontrahent Jens Nacke bekam vor fünf Jahren 24 572 Stimmen, am vergangenen Sonntag waren es 22 411. Berücksichtigen muss man bei diesem Vergleich jedoch, dass zum Wahlkreis Ammerland 2003 lediglich fünf Gemeinden (ohne Rastede) gehörten und dass bei der jüngsten Wahl Rastede dem Wahlkreis Ammerland zugeordnet worden war.
Zwar gewann der Christdemokrat Nacke erneut den Wahlkreis Ammerland, doch Edewecht war die einzige Gemeinde, in der er diesmal nicht siegte. Rakow bekam am Sonntag 3658 Stimmen (2003: 3412 Stimmen), Nacke 3369 (2003: 4640 Stimmen). Über das drittbeste Personenwahlergebnis konnte sich in Edewecht der Grüne Friedrich Haubold (524 Stimmen) freuen, 2003 erhielt er 517 Stimmen. Der FDP-Bewerber Dr. Georg Kolbow konnte jetzt 484 Stimmen auf sich vereinen, die frühere FDP-Kandidatin Ursula Peters (Jeddeloh II) hatte 2003 mit 886 Stimmen fast die doppelte Anzahl erzielt. 471 Stimmen entfielen jetzt auf die Linke, die erstmals in Edewecht antrat. Der Schepser Einzelbewerber Wolfgang Greff (Die Weißen) bekam 106 Stimmen.
Betrachtet man das Wahlverhalten der Bürger in Bezug auf die Parteien (Zweitstimmen), so ist festzustellen, dass die CDU in Edewecht kräftig verlor (von 48,3 Prozent 2003 auf 41,7 Prozent 2008). SPD (2003: 31,9 Prozent; 2008: 31,4 Prozent) und FDP (10,2 Prozent/9,4 Prozent) verbuchten leichte Verluste. Die Grünen legten leicht zu (von 7,4 auf 7,7 Prozent); die Linke schaffte aus dem Stand 6,2 Prozent.
Weiter gesunken ist in Edewecht die Wahlbeteiligung. Betrug sie 2003 65,3 Prozent, so belief sie sich jetzt auf 55,1 Prozent (inkl. Briefwahl).
