Berlin - Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den zu Beginn zögerlichen Umgang ihres Ministeriums mit dem Problemgewehr G36 kritisiert. „Man sieht doch deutlich, dass es lange, zu lange gebraucht hat, bis dann auch die widersprüchlichen Bewertungen zu dem Gewehr zusammengeführt worden sind“, sagte sie am Mittwoch nach einer Befragung im Verteidigungsausschuss des Bundestages.

Von der Leyen hatte im April erklärt, das Gewehr habe wegen Problemen bei der Treffsicherheit keine Zukunft in der Bundeswehr.

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Arnold, zeigte sich verärgert, dass die Parlamentarier noch im November 2012 aus dem Ministerium die Auskunft erhalten hätten, mit dem Gewehr sei alles in Ordnung. Die Grünen-Obfrau Agnieszka Brugger warf von der Leyen vor, das Problem mit dem G 36 herunterzuspielen. Jan van Aken (Linke) sprach von einem unglaublichen Filz zwischen Rüstungsindustrie und Regierungsbeamten.

Die Ministerin kündigte eine Entscheidung über eine Übergangslösung für die Bewaffnung der Soldaten in Einsätzen und Spezialeinheiten bis zum Sommer an. Im Herbst soll entschieden werden, ob man auf eine Verbesserung des G36 setzt oder eine neue Waffe anschafft.