Falkenburg - „Moin Yared, wi geiht di dat?“ – So begrüßte Dervish Erkoceviq beim ersten Zusammentreffen den NDR-Moderator Yared Dibaba. Ziemlich verdutzt sei er gewesen, berichtet Dibaba, als der 18-jährige Albaner am Sonnabend in Falkenburg vor ihm stand und Plattdeutsch mit ihm sprach. Anschließend fuhr Erkoceviq auf Hochdeutsch fort.

Beide verbindet vieles. So war es überfällig, sich einmal persönlich zu unterhalten und auszutauschen. Yared Dibaba, Schirmherr des Laurentius-Hospizes in Falkenburg, war als Kind aus Äthiopien geflüchtet und landete in Falkenburg. Heute ist er in seinem Ehrenamt im Hospiz mit dem Herzen dabei und engagiert sich, so oft es geht. Dervish ist als Flüchtling aus Albanien gekommen und in Falkenburg gelandet. „Im Gespräch über seine Vergangenheit in dem Balkan-Land merkt man dem jungen Mann durchaus an, wie schwer diese gewesen sein muss“, so Inga Gillerke, die ebenfalls ehrenamtlich fürs Hospiz tätig ist.

Aber nicht nur eine schwere Vergangenheit verbindet die Beiden: Auch Dervish engagiert sich ehrenamtlich im Hospiz und hilft im Garten des Hospizes oder bei Hausmeistertätigkeiten. Auch übersetzt er ehrenamtlich für andere Flüchtlinge; jedoch fehle ihm oft die Kraft.

Auf die Frage, warum er sich ehrenamtlich engagiere, sagt Erkoceviq: „Viele Falkenburger haben Dinge gespendet, für alle Flüchtlingsfamilien im Ort, auch für meine Familie. Dass Menschen einfach zu uns herkommen, fragen, was brauchst Du, das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Man sollte anderen Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, immer helfen. Egal wie sie sind, was sie machen oder woher sie kommen. Ich kenne das Gefühl, wenn man Hilfe braucht und man niemanden hat.“ Er möchte nicht, dass andere Menschen das erleben müssten, was er mitgemacht habe.

„Es war einfach rührend zu sehen, wie Yared und Dervish sich sofort mit Respekt und Herzlichkeit unterhalten haben. Ein wirklich spezieller Moment“, so Inga Gillerke, die auch die Spendenaktionen für die Flüchtlinge im Ort Falkenburg organisiert hat. „Ich habe Dervish lächeln gesehen; das hat mich sehr gefreut.“

Und Yared Dibaba erklärt: „Solche Menschen wie Dervish brauchen wir hier in Deutschland, die sich ehrenamtlich engagieren, anderen Menschen helfen, sich integrieren und sozial und wirtschaftlich in die Gesellschaft einfügen. „Und weiter: „Ich bewundere ihn, wie er kämpft, ohne über seine Zukunft Bescheid zu wissen und in welch gutem Deutsch er nach nur einigen Wochen bereits mit mir geredet hat. Selbst einige Begriffe der plattdeutschen Sprache sind ihm bereits vertraut, wobei er da seinen Klassenkameraden am Gymnasium vielleicht sogar um einiges voraus ist.“ Er wünsche ihm viel Kraft für die Zukunft und freue sich auf ein baldiges Wiedersehen im Hospiz, so der Moderator.