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NWZonline.de Nachrichten Politik

Analyse: Ein Ministerium wie ein Schleudersitz

04.05.2017

Ein „Schleudersitz“, eine „Schlangengrube“, „ein Sack voller Minen“ – mit diesen Worten hatte einst der frühere Verteidigungsminister Manfred Wörner (CDU) den Job an der Spitze der Bundeswehr beschrieben. Er selbst musste diese Erfahrung machen, sein Amt abgeben, wusste demnach, wovon er sprach. Und nicht wenige seiner Vorgänger und Nachfolger teilten sein Urteil und sein Schicksal. Nicht weniger als 17 Verteidigungsminister hat es in der Geschichte der Bundesrepublik bereits gegeben. Der Ministersessel gilt daher auch als heißer Stuhl.

Die Reihe der im Amt politisch schwer beschädigten Politiker ist lang. Sie reicht vom ersten Verteidigungsminister Theodor Blank über seine Nachfolger Franz Josef Strauß (Spiegel-Affäre) bis zu Rudolf Scharping. Nur Helmut Schmidt, Volker Rühe und Peter Struck kamen mit politisch heiler Haut davon.

CDU-Mann Wörner bot Mitte der Achtzigerjahre seinen Rücktritt an, doch der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) lehnte ab. Wegen Mutmaßungen, er sei homosexuell, war Vier-Sterne-General Günter Kießling von Wörner in den Ruhestand versetzt worden. Doch die Mutmaßungen erwiesen sich als falsch. Kießling wurde schließlich rehabilitiert und Wörner später noch zum Nato-Generalsekretär befördert.

Nordlicht Gerhard Stoltenberg war gleich nach der Wiedervereinigung in einen Skandal um Lieferungen aus Beständen der Nationalen Volksarmee der DDR nach Israel verwickelt. Später stürzte er über eine Affäre um die Lieferung deutscher Panzer in die Türkei. SPD-Mann Rudolf Scharping kam 2001 ins Gerede: Auslöser waren Illustrierten-Bilder, die den damaligen Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt mit seiner Lebensgefährtin in einem Pool auf Mallorca zeigten, während die Bundeswehr auf dem Balkan gefordert war.

Thomas de Maizière (CDU) geriet kurz vor der Bundestagswahl 2013 wegen der Affäre um die Drohne „Eurohawk“ massiv unter Druck, blieb aber bis zur Wahl im Amt, das er dann an seine Nachfolgerin von der Leyen abgeben musste.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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