Wildeshausen - Die Plätze des Katastrophenschutzstabes haben jetzt Mitglieder der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus belegt. Sie wollten aber keine Entscheidungen treffen. Dafür informierten sie sich beim Ersten Kreisrat Christian Wolf und Ronald Feist, Sachbearbeiter Katastrophenschutz, über Organisation und Aufgaben des Stabes im Lagezentrum unter dem Kreishaus.

Die im Sommer geführte Diskussion über Vorschläge zur Inneren Sicherheit nahmen die SPD-Senioren zum Anlass, sich bei der Kreisverwaltung über die Möglichkeiten zur Gefahrenabwehr im Katastrophenfall zu informieren.

Auf praktische Erfahrungen und Bewährungsproben bei Hochwasser der Hunte verwies Christian Wolf. Bei Übungen stelle man immer wieder die gute und reibungslose Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk (THW), der Deutschen Lebens- und Rettungsgesellschaft (DLRG), der schnellen Einsatzgruppe (SEG) und den Hilfsorganisationen wie Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Johanniter Unfallhilfe fest. Der schnelle Einsatz der Kreisfeuerwehrbereitschaft – auch über Kreisgrenzen hinweg – sei oft bewiesen.

Wolf wünscht sich noch mehr Unterstützung der Ehrenamtlichkeit. Bei den SPD-Senioren fand er volle Unterstützung. Sie verurteilten die aufgetretenen Pöbeleien und Behinderungen bei Einsätzen.

Peter Strauß, Oberstleutnant und Leiter des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr (KVK), schilderte, dass bei Naturkatastrophen und schweren Unglücken schon heute laut Artikel 35 Grundgesetz der Zugriff auf alle Hilfsmöglichkeiten der Bundeswehr besteht.

Das KVK bestehe aus Soldaten, die den Landkreis kennen und in ihm verwurzelt sind. Diese festen Ansprechpartner schaffen laut Strauß Vertrauen zwischen KVK und Landkreis. Die Übernahme von Polizeiaufgaben gehöre aber nicht dazu. Das lehnten auch die Senioren ab: „Soldaten sind keine Polizisten.“

Das im Sommer von der Bundesregierung angeregte Anlegen von Lebensmittelreserven wurde damals oft als Panikmache kritisiert. Die SPD-Senioren waren diesbezüglich nachdenklich. Früher habe jeder nicht nur eine volle Kartoffelkiste im Keller gehabt, die Mütter hatten auch Vorräte in Einmachgläsern. Heute lagere der Wochenbedarf im Einkaufszentrum. Einige Konserven im eigenen Vorratsschrank könnten nicht schaden, hieß es.