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Senioren Einsamkeit Älterer auf dem Land ein Problem

Wolfgang Wittig

Wiefelstede - Mehr als 100 Zuhörer verfolgten am Dienstagabend in Rabes Gasthof in Wiefelstede eine Diskussionsrunde mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Dennis Rohde zum Thema „Heimat auch im Alter?“. Nicht nur aus der Gemeinde Wiefelstede, sondern aus dem gesamten Ammerland waren die Zuhörer angereist.

„Wir hatten im Vorfeld eigentlich nur einen Informationsabend mit der Diplompädagogin Anke Heidenreich von der Evangelischen Seniorenhilfe Eversten/Bloherfelde ,evasenio‘ geplant“, berichtete Dennis Rohde, „doch die Zahl der Anmeldungen war bereits nach kurzer Zeit so groß, dass wir uns dazu entschieden haben, diesen Abend in eine Podiumsdiskussion umzuwandeln.“

Podium erweitert

So standen neben Rohde und Anke Heidenreich auch die Leiterin des Seniorenservicebüros des Landkreises Ammerland, Anna Pfeiffer, sowie Gotthard Schönbrunn, Vorsitzender des Seniorenbeirates des Landkreises und auch stellvertretender Vorsitzender des Landesseniorenbeirates Niedersachsen, Rede und Antwort. „Wie können wir ein selbstbestimmtes Leben im Alter gestalten?“ oder „Wie kann verhindert werden, dass Menschen aus ihrer vertrauten Umgebung ausziehen müssen, weil es ihnen nicht mehr gelingt, ihr tägliches Leben selbst zu organisieren?“ Diese und viele andere Fragen rund um das Älterwerden standen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

„Ehrenamt wichtig“

Dennis Rohde der auch moderierte, ließ dabei nicht nur die Referenten über ihre Erfahrungen in der Seniorenarbeit berichten, sondern gab den Zuhörern auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Gotthard Schönbrunn, Vorsitzender des Seniorenbeirats der Gemeinde, machte deutlich, wie wichtig die ehrenamtlich Tätigen in der Seniorenarbeit sind. Anke Heidenreich forderte mehr Sicherheit in der Koordination der Belange älterer Menschen sowie eine Entbürokratisierung bei Heimen und Pflegediensten. Für Anna Pfeiffer war der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ein wichtiger Punkt. Was in der Seniorenarbeit bereits machbar ist und auch gute Erfolge zeigt, stellte die Diplompädagogin Anke Heidenreich anhand von „evasenio“ vor: „Wir sind dabei nicht unbedingt als Verein anzusehen, sondern als Beratungsstelle. Wir gehen in die Häuser und schauen, woran es mangelt und wo Unterstützung geboten werden kann.“

Übereinstimmend stellten die Referenten fest, dass insbesondere auf dem Land die Einsamkeit der älteren Menschen ein großes Problem sein kann. „Die Kinder sind aus beruflichen Gründen weit weg von den Eltern und diese dann oft auf sich alleine gestellt“, wusste Anna Pfeiffer aus ihrer Tätigkeit im Seniorenservicebüro des Landkreises zu berichten. „Hier können wir Hilfe beim Einkaufen, aber auch Informationen über zustehende Leistungen geben.“ Dazu gehören insbesondere Informationen über mögliche Zuschüsse und Fördergelder bei der Realisierung von baulichen Maßnahmen zur Barrierefreiheit der Wohnungen. Doch oft stehen die „Helfer“ vor dem Problem, dass viele Ältere sich aus Scham gar nicht helfen lassen wollen. „Hier müssen wir behutsam vorgehen und Überzeugungsarbeit leisten“, sagte Anke Heidenreich.

Nicht rübergekommen

Auch das neue Pflegestärkungsgesetz, das seit dem 1. Januar 2015 in Kraft getreten ist, wurde angesprochen. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Informationen hierüber noch nicht richtig angekommen sind. Gotthard Schönbrunn machte noch einmal deutlich, dass das Ehrenamt nicht für alles „herhalten“ kann: „Die Politik muss hier hauptamtliche Strukturen schaffen.“ Dennis Rohde zog am Ende folgendes Fazit: „Unsere Dörfer und Bauerschaften sollen erhalten bleiben. Es müssen Strukturen geschaffen werden, die einer Isolation entgegenwirken.“

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