Stadland - In außergewöhnlich großer Einmütigkeit hat der neue Rat der Gemeinde Stadland am Donnerstagabend seine Arbeit aufgenommen. Äußeres Zeichen dafür sind die beiden stellvertretenden Bürgermeister Horst Mauritschat (SPD) und Karl-Gerd Padeken (CDU).
Kurz vor der Ratssitzung hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Siegmar Wollgam sein Versprechen wahr gemacht, den CDU-Fraktionsvorsitzenden Günter Busch angerufen und dessen Fraktion repräsentative Ämter angeboten. Zwar verzichteten die Christdemokraten darauf, den Zweiten stellvertretenden Ratsvorsitzenden zu stellen – der tritt nämlich so gut wie nie in Aktion –, sie nahmen aber das Angebot an, das Amt des Zweiten stellvertretenden Bürgermeisters aus ihren Reihen zu besetzen.
Hafeneger gewählt
Sie schlugen dafür Karl-Gerd Padeken vor; der 73-jährige Schweier gehört dem Rat seit 30 Jahren an. Er wurde einstimmig gewählt und folgt Horst Mauritschat, der auf die Position des Ersten stellvertretenden Bürgermeisters rückt, die bislang Andrea Arens inne hatte. Auch der 70-jährige Rodenkircher Horst Mauritschat freute sich über eine einstimmige Wahl; er gehört dem Rat seit neun Jahren an.
Ebenfalls unumstritten ist der neue Ratsvorsitzende: Auch der 35-jährige Rodenkircher Torben Hafeneger (SPD) wurde einstimmig gewählt. Er tritt die Nachfolge von Günter Hespos (SPD) an, der die Wiederwahl in den Rat verpasst hatte. Die Wahl der beiden Stellvertreter – Olaf Helwig von der Wählergemeinschaft Pro Stadland (WPS) und Markus Dollerschell von der SPD – fand en bloc statt; die neue Mehrheit aus SPD, WPS und FDP sowie die CDU stimmten geschlossen zu, die beiden Grünen enthielten sich ihrer Stimmen.
Eigentlich sollte auf Wunsch der neuen Mehrheit auch ein Dritter stellvertretender Bürgermeister gewählt werden. Doch dafür müsste die Satzung des Rates geändert werden. Weil CDU und Grüne sowohl gegen die Erhöhung der Zahl der Bürgermeister-Stellvertreter als auch gegen die geplante Digitalisierung der kompletten Ratspost erhebliche Bedenken hegen, wurde die Billigung der neuen Satzung auf die Februar-Sitzung des Rates verschoben.
Drei Stellvertreter
In der neuen Mehrheit gilt es aber als abgemacht, dass es – wie jetzt auch in der Nachbargemeinde Butjadingen – drei stellvertretende Bürgermeister geben soll. Für dieses Amt ist der Fraktionsvorsitzende der WPS, Hans Schwedt, im Gespräch.
Hans Schwedt ist, genau wie Horst Mauritschat und Karl-Gerd Padeken, vom Rat zum Mitglied des Verwaltungsausschusses (VA) gewählt worden. Nur Mitglieder dieses wichtigsten Entscheidungsgremiums nach dem Rat dürfen stellvertretende Bürgermeister werden. Einstimmig beschloss der Rat, auch in dieser Wahlperiode die Zahl der VA-Mitglieder – offiziell heißen sie Beigeordnete – von vier auf sechs zu erhöhen.
Vier Beigeordnete stellt die Mehrheit, zwei die CDU, die Grünen besetzen ein Grundmandat, das nicht zur Abstimmung berechtigt. Für die Mehrheit gehören außer Mauritschat und Schwedt SPD-Fraktionschef Siegmar Wollgam und FDP-Einzelratsherr Michael Sanders dem VA an, für die CDU außer Padeken der Fraktionsvorsitzende Günter Busch. Das Grundmandat der Grünen nimmt Andrea Arens wahr.
