EINSWARDEN - Das erste Jahr in der Kinderkrippe ist besser gelaufen als erwartet. Diese Bilanz hat die Gruppenleiterin Nicole Abbenseth am Freitagnachmittag bei der Abschlussfeier im Kindergarten Einswarden gezogen. Und auch die Eltern waren sehr zufrieden.
„Das war genau der richtige Weg“, sagte Mario Adamietz. Für seine dreijährige Tochter Isabel sei vor allem das soziale Umfeld sehr gut gewesen. „Sie hat sehr viel gelernt.“
Fast euphorisch äußern sich Annett und Stephan Wentow, die beide in Vollzeit berufstätig sind. „Die Verwandschaft lebt 600 Kilometer weit entfernt im Spreewald“, sagt Annett Wentow. „Die neue Krippe war für uns ein absoluter Glücksgriff.“ Weil sie in der früheren DDR selbst in einer Krippe aufgewachsen waren, hatten sie auch keine Berührungsangst. Auch der Alltag in der Kinderkrippe sei für ihren Sohn Lenard „perfekt“ gewesen.
Wie Stephan Wentow erzählt, war Lenard mit zwölf Monaten der Jüngste, als er in die Krippe kam: „Am Anfang hat er noch gekrabbelt, aber die anderen konnten schon laufen. Das hat er sich ganz schnell von ihnen abgeguckt.“ Auch sonst habe sich der tägliche Umgang mit den anderen Kindern als sehr fördernd erwiesen.
Und ein Vorurteil möchte Stephan Wentow unbedingt widerlegen: „Es ist nicht so, dass die Eltern keinen Einfluss haben. So kommen wir immer mit den Erzieherinnen ins Gespräch, wenn wir unsere Kinder bringen oder abholen.“ Das bestätigt auch Nicole Abbenseth: „Die Elternarbeit ist das Wichtigste, denn die Kinder können sich ja noch nicht ausdrücken.“ Die Erzieherinnen versuchen auch, Rituale in die Krippe zu übernehmen.
Das A und O ist aber die Eingewöhnung, bei der die Krippe dem Berliner Modell folgt. Es sieht vor, dass die Kinder in den ersten drei Tagen eine Stunde mit einem Elternteil in der Krippe verbringen. Am vierten Tag beginnt die Trennung, indem sich die Eltern verabschieden. In aller Regel dauert diese Phase zwei Wochen, in Einswarden war es gut eine Woche. „Es war ganz schrecklich – für uns“, resümiert Jens Reinders. „Das Schlimmste war, am ersten Tag nach der Trennung zu Hause zu sein. Ich habe aufs Festnetz-Telefon geachtet und aufs Handy, ob jemand anruft – aber es passierte nichts.“ Der jetzt zweijährige Jonathan fühlte sich wohl in der Krippe.
Seine Mutter, die SPD-Ratsfrau Ilka Spiess, nennt noch einen weiteren Vorzug der Krippe: „Die Kinder brauchen keine Eingewöhnungszeit mehr im Kindergarten.“
