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NWZonline.de Nachrichten Politik

Entsetzen nach Massakern in den USA

05.08.2019

El Paso /Dayton Bewaffnete Angreifer haben binnen 24 Stunden an zwei verschiedenen Orten in den USA 29 Menschen erschossen. Die beiden Massaker lösten international Bestürzung aus.

In einem Einkaufszentrum in der Grenzstadt El Paso in Texas tötete ein Schütze am Samstagvormittag mindestens 20 Menschen, 26 weitere wurden verletzt, teilte Polizeichef Greg Allen mit. Der mutmaßliche Täter ergab sich.

In der Nacht zum Sonntag fielen dann in der Stadt Dayton im US-Bundesstaat Ohio Schüsse nahe einer Bar im Zentrum: Neun Menschen starben, 27 weitere wurden laut Polizei verletzt. Beamte töteten den Angreifer.

Bei dem Schützen in El Paso handelt es sich um einen 21-jährigen Weißen. Polizeichef Allen sagte, es gebe ein „Manifest“, das womöglich auf ein Hassverbrechen schließen lasse. Es sei allerdings noch nicht bestätigt, ob die Kampfschrift tatsächlich von dem Verdächtigen stamme. In dem vierseitigen Manifest, das laut „New York Times“ 19 Minuten vor dem ersten Notruf online gegangen sein soll, heißt es unter anderem: „Dieser Angriff ist eine Antwort auf die hispanische Invasion in Texas.“ Der Autor äußert zudem seine Unterstützung für den rassistischen Attentäter von Christchurch, der Mitte März in Neuseeland zwei Moscheen angegriffen und 51 Menschen getötet hatte.

Polizeichef Allen sagte, der erste Notruf sei um 10.39 Uhr Ortszeit (18.39 Uhr MESZ) eingegangen. Sechs Minuten später sei die Polizei vor Ort gewesen. Der Supermarkt sei zum Zeitpunkt des Angriffs voll gewesen. Der Sprecher schätzte, dass sich dort zwischen 1000 und 3000 Menschen aufhielten.

Der Schütze habe bei der Tat ein Gewehr benutzt. Die Ermittler in den USA stufen das Massaker als inländischen Terrorismus ein. Man erwäge, eine Anklage wegen Hassverbrechen gegen den Verdächtigen zu erheben, sagte John Bash von der Generalstaatsanwaltschaft am Sonntag.

El Pasos Bürgermeister Dee Margo sagte, der Verdächtige stamme nicht von dort. Nach US-Medienberichten kam er aus der Stadt Allen nördlich von Dallas, rund 930 Kilometer Luftlinie von El Paso entfernt. El Paso liegt an der Grenze zu Mexiko und hat rund 680 000 Einwohner.

Zu den Motiven des 24-jährigen weißen Schützen in Dayton (rund 140 000 Einwohner) konnte die Polizei noch nichts sagen. Es habe sich um einen Einzeltäter gehandelt. Der Mann habe mit einer Langwaffe geschossen, sagte der leitende Polizeibeamte Matt Carper. Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf Ermittler, der Schütze habe eine Schutzweste getragen. Die Bundespolizei FBI schaltete sich in die Ermittlungen ein.

US-Präsident Donald Trump nannte die „hasserfüllte Tat“ von El Paso tragisch und einen „Akt der Feigheit“. Es gebe keine Rechtfertigung dafür, unschuldige Menschen zu töten, twitterte er. Trump sagte dem Gouverneur von Texas die volle Unterstützung der Regierung in Washington zu. „Gott sei mit Euch allen!“, fügte er hinzu. Trump wurde nach Angaben des Weißen Hauses laufend über die Lage vor Ort unterrichtet. Der Präsident habe mit Justizminister William Barr und Gouverneur Greg Abbott gesprochen.

Kritiker werfen Trump vor, mit seinen Äußerungen Rassismus zu befeuern. Zuletzt sah er sich wegen persönlichen Angriffen auf einen schwarzen Abgeordneten der Demokraten Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Regelmäßig greift der republikanische Präsident auch Migranten aus Lateinamerika an.

In den USA kommt es immer wieder vor, dass in Einkaufszentren, an anderen öffentlichen Orten oder auch in Schulen Menschen durch Schüsse getötet werden. Bemühungen für schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere – vor allem, weil Trumps Republikaner dagegen sind. Die mächtige Waffenlobbyorganisation NRA bekämpft vehement jeden Versuch, Waffenbesitz stärker zu regulieren. Auch Trump ist dezidiert gegen eine Einschränkung des in der US-Verfassung verankerten Rechts auf Waffenbesitz.

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