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NWZonline.de Nachrichten Politik

Ein Schiff in schwerer Seenot

20.12.2018

Elsfleth /Berlin An diesem Donnerstag trifft sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr Eberhard Zorn und dem Inspekteur der Marine An­dreas Krause, um über die „Gorch Fock“ zu sprechen. Es gehe darum, sich einen Überblick über den Stand der Sanierung zu verschaffen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass bei der 2016 begonnenen und noch immer nicht abgeschlossenen Instandsetzung des Schiffs Korruption im Spiel gewesen sein soll. Zu den hohen Reparaturkosten gesellt sich nun also auch noch juristischer Ärger. Die Kostenexplosion für die Sanierung ist ein Fiasko und nur schwer erträglich. Zunächst wurden die Kosten auf zehn Millionen Euro beziffert, dann auf 75 Millionen, schließlich auf 135 Millionen Euro. Dabei ist bereits jetzt klar: Das muss noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.

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Über die Zukunft des Schiffes solle dagegen bei dem Krisentreffen nicht entschieden werden. Aber natürlich steht die Frage im Raum, ob das Segelschulschiff „Gorch Fock“ jemals wieder in See sticht – oder ob es „in der Werft versenkt wird“. Ein Wort mitzureden hat sicherlich auch noch der Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages. Dessen stellvertretende Vorsitzende Siemtje Möller (SPD, Wahlkreis Friesland/Wilhelmshaven/Wittmund) sagte gegenüber dieser Zeitung, die „Gorch Fock“ sei das Aushängeschild der Marine und dürfe nicht außer Dienst gestellt werden.

Auch von der Leyen betonte den besonderen ideellen Wert der „Gorch Fock“. Sie stehe für eine große Tradition in der Marine. Korruptionsvorwürfe, die im Zusammenhang mit der Sanierung zuletzt gegen einen Mitarbeiter des Marinearsenals Wilhelmshaven erhoben wurden, müssten aber aufgeklärt werden. Eine Schmerzgrenze für die Instandsetzungskosten wollte von der Leyen bisher nicht nennen.

Pro & Contra: Weltmeer oder Museumshafen?

Und es haben sich weitere Spitzenpolitiker aus dem Norden zu Wort gemeldet und für einen Erhalt des Segelschulschiffs der Marine geworben. Die Bark sei nicht nur ein Schiff, sondern im „In- und Ausland ein nationales Symbol“, sagte Schleswig-Holsteins Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU). Der Landtag in Kiel ist dem Dreimaster der Marine seit 1982 durch eine Patenschaft verbunden.

„Meiner Ansicht nach verbietet es sich, mit seemännischen Traditionen zu brechen und die ,Gorch Fock‘ auf eine Position im Bundeshaushalt zu reduzieren“, sagte Schlie. Die Bark genieße hohes Ansehen, sei Besuchermagnet und Sympathieträgerin.

Für FDP-Fraktionschef Christopher Vogt ist zweitrangig, ob das Schiff zu Ende saniert oder neu gebaut wird. „Es steht für uns aber außer Frage, dass die ,Gorch Fock‘ als Segelschulschiff der Marine erhalten bleiben muss.“

Die Elsflether Werft teilte unterdessen mit, sie gehe davon aus, dass das Schiff im bestehenden Zeit- und Budgetplan saniert werden könne. Man habe einen Aktionsplan beschlossen, dessen Ziel es vor allem sei, die Arbeiten an der „Gorch Fock“ wie geplant abzuschließen. Nach Werft-Angaben wurde eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe eingeleitet. Eine erste Bestandsaufnahme habe bestätigt, dass der Verdacht der Vorteilsnahme eines Mitarbeiters des Marinearsenals nicht im Zusammenhang stehe mit den Kostensteigerungen bei der Sanierung der „Gorch Fock“.

Norbert Wahn Redakteur / Politikredaktion
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