• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

„Gorch Fock“ schlägt mächtig Wellen

31.01.2019

Elsfleth /Bremerhaven /Berlin Ein Rohbau aus Stahl und knapp 70 Millionen Euro bereits bezahlter Rechnungen: Wie soll es weitergehen mit der Sanierung des Segelschulschiffs „Gorch Fock“, die sich für das Verteidigungsministerium zu einer schwierigen Dauerbaustelle entwickelt hat? Eine Entscheidung ist nun gefallen, denn das Schiff soll mindestens wieder schwimmfähig werden. Ziel ist bis April. Im Dock in Bremerhaven könnte es – selbst wenn man es wollte – nicht verschrottet werden, heißt es.

Hauptauftragnehmer der Sanierung ist die Elsflether Werft AG. Inzwischen brennt in der Sky-Stiftung, der die Werft gehört, die Hütte. Erst belasteten Korruptionsvorwürfe das Verhältnis zur Marine. Diese werden inzwischen von der Staatsanwaltschaft untersucht. Das Verteidigungsministerium legte daraufhin Zahlungen auf Eis.

Am Mittwoch wurden Aufsichtsrat und Vorstand der Elsflether Werft mit sofortiger Wirkung abberufen, wie die beiden von der Hamburger Justizbehörde neu berufenen Vorstände mitteilten. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Werft ist nun der Hamburger Manager Pieter Wasmuth, neuer Werft-Vorstandschef Axel Birk. Vorrangige Aufgabe sei es, auf die Bundesmarine und das Verteidigungsministerium zuzugehen, das Sanierungskonzept zu prüfen und die Zukunft der „Gorch Fock“ und der Werft auf eine verlässliche Basis zu stellen.

Die Untreue-Vorwürfe verkomplizieren die Lage für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die selbst in der Kritik steht, allerdings Schlampereien im Umgang mit dem Traditionsschiff von ihren Vorgängern geerbt hat. Versäumnisse bei der Wartung über 20 Jahre hinweg hatte der Bundesrechnungshof Anfang Januar in einem Prüfbericht aufgelistet. Der Ministerin seien zudem „falsche oder nicht hinreichend aussagekräftige Informationen“ präsentiert worden.

Die Sanierung der maroden „Gorch Fock“ soll nach einer Entscheidung im Verteidigungsministerium zunächst bis zur Schwimmfähigkeit fortgesetzt werden, bestätigte der CDU-Politiker Ingo Gädechens in Berlin am Rande des Verteidigungsausschusses des Bundestags. Er setze darauf, dass das Vertrauensverhältnis zur Elsflether Werft wiederhergestellt werden könne. Das Dock in Bremerhaven gehöre auch keiner zertifizierten Abwrackwerft, in der ein Schiff zerlegt werden könnte. „Wenn wir jetzt das Dock fluten würden ohne Ballast, würde die „Gorch Fock“ in der Weser umkippen. Und damit wäre ja auch keinem geholfen“, sagt Gädechens.

Kritik kommt aus der Opposition. „Die Arbeiten an der „Gorch Fock“ sind unverzüglich und so lange einzustellen, bis die Bestechungsvorwürfe gegen die Werft, der Vorwurf des dubiosen Finanzgebarens des Werft-Vorstandes und die massive Kostenexplosion geklärt sind“, forderte FDP-Haushaltsexperte Karsten Klein. Schadenersatzansprüche gegen die Werft müssten geprüft werden. Matthias Höhn (Linke) erklärte: „Frau von der Leyen will zum dritten Mal mit dem Kopf durch die Wand und trifft in Sachen „Gorch Fock“ zum dritten Mal eine teure Fehlentscheidung.“

Die Crew der „Gorch Fock“ dagegen freut sich über die Entscheidung des Verteidigungsministeriums. „Ich habe die Besatzung heute Mittag gemustert, um sie zu informieren“, sagte Kommandant Nils Brandt. „Die sind natürlich sehr erleichtert.“ Denn es sei nun bereits das dritte Mal der Fall gewesen, dass die Crew um den Erhalt des Schiffes bangen musste. „Ganz ausgestanden ist das Bangen natürlich noch nicht, aber zumindest haben wir jetzt wieder deutlich mehr Hoffnung, dass es noch ein gutes Ende findet für uns.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.