ELSFLETH - ELSFLETH - Schon bei so mancher Verlegung, an den Trossen von zwei Schleppers auf stürmischer See, ist Olaf Röskamm mulmig geworden. „Das Schiff hat einen flachen Rumpfboden, viel Tanks untendrin. Bei Wellengang schaukelt es sich enorm auf“, erzählt er. Der 33-jährige ehemalige Zeitsoldat ist Mechaniker und nebenher, wie er sagt, „Mädchen für alles“ auf dem Marine-Wohnschiff „Wische“, einer durch und durch ungewöhnlichen Konstruktion. Gebaut wurde das – nur bedingt hochseetaugliche – Schiff in Wolgast, 1984 wurde es von der DDR-Volksmarine in Dienst gestellt. Nach dem Ende der DDR wurde das Schiff, das ursprünglich als Betriebsstoffversorger und für den Crewwechsel auf See eingesetzt worden war, von der Deutschen Marine übernommen, umgebaut und in Wilhelmshaven stationiert.

Gemeinsam mit sechs Kollegen, allesamt zivile Angestellte, hält Röskamm an Bord des Wohnschiffs alles in Schuss. Vor sechs Wochen, mit Beginn der Überholung des Segelschulschiffs Gorch Fock, wurde die „Wische“ auf die Elsflether Werft verlegt, als Unterkunft für die Stammbesatzung der Dreimastbark. In engen Vier-Bett-Kabinen, verteilt auf mehreren Decks, sind 105 Marinesoldaten auf dem Schiff untergebracht. An Bord ist alles vorhanden, was ein Beherbergungsbetrieb braucht: Frischwasser- und Abwasseranlagen, eine Ölheizung, Duschen und Toiletten, eine Wäscherei, eine Küche, Messen, Büroräume und ein Kiosk. Und zum Erstaunen mancher auch eine Sauna ganz im Heck des Schiffs.

Am Mittwoch, wenn die Gorch Fock mit ihrer wieder an Bord gegangenen Stammbesatzung ins Dock nach Bremerhaven verlegt wird, läuft das Wohnschiff wieder aus. Es wird zurück nach Wilhelmshaven geschleppt, im Anschluss geht es nach Eckernförde und dann nach Kiel. Hoffentlich bei gutem Wetter, ohne Seegang, kann man den Männern von der „Wische“ nur wünschen.