ELSFLETH - Ein europaweit anerkanntes Vogelschutzgebiet und bedeutende Fläche zur Rast von Zugvögeln: Vor 20 Jahren wurden die Bornhorster Huntewiesen auf der Grenze zwischen Elsfleth und Oldenburg unter Naturschutz gestellt.
Ein Datum, das der Naturschutzbund Oldenburg am Mittwoch, 6. April, mit einem Festakt im Alten Landtag feiern wird. Rüdiger Wohlers, Nabu-Chef, verweist auf Heiko Müller vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) als geistigen Vater des Naturschutzgebietes. Der hatte die Bedeutung des Ohmsteder Feldes erkannt und am 31. Dezember 1981 den Antrag gestellt, den Feuchtwiesenkomplex unter Schutz zu stellen.
Landwirte und manche Politiker empfanden die Unterschutzstellung als Form der Enteignung. An Fahrt nahm der Kampf auf, als die CDU-geführte Niedersächsische Landesregierung 1984 den Ausbau der Landesstraße 65 durch die Bornhorster Wiesen konkret plante.
Der erfolgreiche Kampf gegen den Bau einer Straße in Randbereichen des Schlossgartens (1964), die letztlich erfolglosen Bemühungen zum Schutz des Blankenburger Holzes im Zuge des Baus des Osthafens (1979) und der Widerstand gegen Eichenfällungen an der Edewechter Landstraße (1983) hatten die Oldenburger für die Belange des Naturschutzes sensibilisiert.
Der Widerstand traf Politik und Verwaltung mit voller Wucht, die Straße durch die Bornhorster Wiesen wurde nie gebaut. Der Kampf hinterließ Spuren: Oldenburg erhielt ein Umweltamt und der Rat richtete einen Umweltausschuss ein. Die Naturschutzverbände starteten die Aktion Storchenwiese und begannen, Flächen aufzukaufen. „Zufällig dort, wo die Trasse der neuen Landesstraße verlaufen sollte“, erzählt Wohlers mit einem Augenzwinkern. Erst nach einem Regierungswechsel in Hannover unterzeichnete Regierungspräsident Wolf Weber 1991 die Unterschutzstellung – zehn Jahre nachdem Heiko Müller den Antrag gestellt hatte. Die hitzigen Debatten sind der Erkenntnis gewichen, dass die Bornhorster Wiesen und der benachbarte Moorhauser Polder ein biologisches Juwel sind.
