ELSFLETH - Es ist 20.03 Uhr im altehrwürdigen Ratssaal in Elsfleth: Der Vorsitzende des Finanzausschusses der Stadt Elsfleth, Wolfgang Nieß (SPD), beendet eine Sitzung, die wahrlich nicht vergnügungssteuerpflichtig war. Die Mitglieder hatten Maßnahmen zu ergreifen, um die Haushaltslage der Stadt mittelfristig abzusichern.

Und dass es dabei ans Eingemachte gehen würde, dass war in der NWZ bereits in der Ausgabe vom 26. September zu lesen. Am Dienstagabend wurde im Ratssaal die angekündigte „Rotstift-Politik“ in die Tat umgesetzt. Freiwillige Leistungen wurden im Minutentakt gestrichen, Mitgliedschaften für die Zukunft eingestellt und Steuern erhöht.

Allein bei den Mitgliedschaften ging es ans Eingemachte. 1817 Euro sollen eingespart werden. U.a. stimmten die Ausschussmitglieder dem Austritt in folgenden Vereinen zu: Deutscher Schulschiffverein, Nautischer Verein Niedersachsen, Wesermarsch Moor e.V.. Dem Sozialverband Deutschland, Ortsgruppe Moorriem, der Soldatenkameradschaft Moorriem, dem Moorriemer Reitklub wurden für die Zukunft die Zuschüsse gestrichen. Das Kammerorchester St. Anna Bardenfleth wird ebenfalls auf die Zuschüsse seitens der Stadt verzichten müssen.

Auf der Einnahmen-Seite stimmte der Ausschuss der Erhöhung der Grundsteuer um zehn Prozentpunkte zu. Die Hundesteuer wird ebenfalls erhöht, um zwölf Euro für den Ersthund, vier Euro für den Zweithund.

Auch vor der Hallenbad- und der Stadthallennutzung macht der Rotstift nicht Halt. 3150 Euro sind dort künftig einzusparen.