Elsfleth - „Karin Logemann hat gewaltig gekämpft.“ Das sagt Werner Ahlers. Er ist der Vorsitzende der SPD in Elsfleth und sieht den Schlüssel zum Erfolg bei der Landtagswahl am Sonntag in der Person Karin Logemann. „Ihr haben wir dieses Ergebnis zu verdanken“, so Ahlers weiter.
Allerdings hatte er in dieser Deutlichkeit nicht damit gerechnet: „Wir hatten zwar gehofft, dass es für das Direktmandat reicht, aber das war jetzt so doch eine Überraschung.“ Gegen 19.30 Uhr stellte sich mit dem Eintrudeln der Zahlen bei ihm die Partystimmung ein: „Und dann haben wir tüchtig gefeiert. Wir hatten auch allen Grund dazu.“ Anstrengend sei der Wahlkampf gewesen, die Schulpolitik und die Digitalisierung seien Themen gewesen, die die Elsflether beschäftigt hätten.
35,5 Prozent der Zweitstimmen konnte die SPD in Elsfleth holen, 2013 waren es 31,9 Prozent. Bei den Erststimmen lag Logemann mit 36,4 Prozent knapp hinter CDU-Kandidat Björn Thümler (36,8 Prozent), hat sich im Vergleich zur Landtagswahl 2013 aber um 3,3 Prozentpunkte verbessert.
Geht es um die Suche nach der Verantwortung für die Wahlschlappe der CDU, zeigt Heinz Doormann, Vorsitzender der Elsflether Christdemokraten, mit dem Finger gen Hannover. Zwei Themen treiben ihn dabei um: Erstens sei Bernd Althusmann nicht der richtige Spitzenkandidat gewesen. Mit Björn Thümler als Bewerber für das Amt des Ministerpräsidenten hätte seine Partei besser abgeschnitten, ist Doormann überzeugt. Und: Die ganze Diskussion um den Wechsel der Abgeordneten Elke Twesten von den Grünen zur CDU sei kontraproduktiv gewesen. „Die Wahl war jetzt viel zu früh, wir haben uns damit keinen Gefallen getan“, findet Doormann.
Geärgert hat sich Heinz Doormann am Wahlabend übrigens nicht nur über das Wahlergebnis: Auch dass Bernd Althusmann gleich den Fraktionsvorsitz von Björn Thümler für sich beansprucht hat, stößt ihm sauer auf. Dass Thümlers Stern in Hannover sinken könnte, fürchtet Doormann aber nicht.
Dass Thümler im Wahlkampf im Heimatwahlkreis nicht die gleiche Präsenz zeigen konnte wie Karin Logemann, könne man ihm nicht zum Vorwurf machen. Doormann: „Das bringt sein Posten in Hannover mit sich.“ Er hofft nun auf eine Große Koalition, in der alle vernünftig zusammenarbeiten.
Und um in vier Jahren bei der nächsten Wahl besser abzuschneiden, gilt für Doormann und seine Mitstreiter in Elsfleth: Nach der Wahl ist vor der Wahl. „Wir werden den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken. Jetzt muss man weitermachen“, so Doormann: „Wir müssen Präsenz zeigen.“ Allein schon, weil die AfD in Elsfleth 5 Prozent der Zweitstimmen geholt hat. „Und das sind 5 Prozent zu viel.“
