Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Mietnomaden Elsfleth: Familie verschwunden – zurück bleibt ein Chaos

Felix Frerichs

ELSFLETH-LIENEN - Ein beißender Gestank macht sich an der Türschwelle breit. Der Geruch von Katzenurin steigt auf. Reflexartig schnellen die Hände vor das Gesicht, aber das hilft nicht viel. Die eigenen Sinne sind überfordert: Die Augen sehen verstörendes Chaos, die Nase riecht ekelhafte Stoffe.

„Sehen Sie sich das an.“ Detlef Bieritz bleibt vor einem Raum stehen, der bis an die Decke voll ist mit Unrat. Er zeigt auf den Müll, dazwischen liegen ein paar Videospiele. Unglaublich: Dieser Raum war vor kurzem noch ein Kinderzimmer.

Ein Hauseigentümer in Lienen wurde zum Opfer von Mietnomaden. Eine Mutter lebte mit ihren sechs Kindern in einer Wohnung des Besitzers. Anfang Juli war die siebenköpfige Familie verschwunden – der Vermieter erblickte in der Wohnung das blanke Chaos.

Alle acht Zimmer voll Müll. Das Badezimmer wurde von der Mieterin kurz vor dem Auszug „geflutet“, es steht unter Wasser. Die Katze wurde in der Wohnung zurückgelassen. Das arme Tier machte in seiner Not überall hin. Ungeziefer krabbelt herum.

Theo K. (49) gehört die Wohnung, die Teil eines u-förmigen Komplexes auf dem früheren Kasernengelände ist, vor kurzem fand hier die Elsflether Gewerbeschau statt. Der Hauseigentümer möchte nicht erkannt werden – zu unangenehm ist ihm die Tatsache, dass er Opfer von Mietnomaden wurde.

2001 hatte er das Gebäude gekauft und 2006 saniert. Er verlegte Laminat und Fliesen und baute ein neues Bad und eine Küche ein. Er investierte viel Geld. Theo K. im Gespräch mit der

NWZ

 : „Die Wohnung war wie neu“.

Der 49-Jährige sitzt auf einem riesigen Schuldenberg, der durch seine frühere Mieterin verursacht wurde. „Ich bin praktisch pleite“, sagt er.

Alleine 12000 Euro Mietschulden hat die Frau bei ihm. Schon vor über einem Jahr bekam sie von ihm die fristlose Kündigung. Insgesamt beziffert er den Schaden durch die Mietnomaden auf über 30 000 Euro.

Die Freunde und Bekannten des Opfers versuchen jetzt, ihm zu helfen. Detlef Bieritz ist einer von ihnen. Er sammelt jetzt zusammen mit anderen Spenden, damit Theo K. die Schulden bezahlen kann. Dafür haben sie ein Spendenkonto bei der Landessparkasse zu Oldenburg (LZO), Filiale Elsfleth, eingerichtet. Was übrig bleibt, wird dem Kindergarten Eckfleth gespendet.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Blick in die Räucherkammer bei Aal Bruns in Kayhauserfeld: Marco Pawlik ist mit der Qualität zufrieden.

DELIKATESSE NACH ÜBERLIEFERTER REZEPTUR Woher kommt der Zwischenahner Aal?

Kerstin Schumann
Kayhauserfeld
Der Bergpark Wilhelmshöhe: Hier befinden sich etliche Sehenswürdigkeiten.

NWZ-REISETIPPS: ABSTECHER NACH ... KASSEL Entspannte Stunden in historischen Parks

Kerstin Schumann
Kassel
Vor etwa einem Jahr eröffnete der Pflegedienst Paul-Lina seinen neuen Hauptsitz in Wittmund. Wegen eines Insolvenzverfahrens musste der Pflegedienst seinen Betrieb aufgeben.

STANDORTE IN WITTMUND UND EMDEN Insolvenz bei Pflegedienst Paul-Lina – So geht es für die Kunden weiter

Kim-Christin Hibbeler
Wittmund
Die Polizei sucht nach Zeugen, die einen Unfall in Stedesdorf gesehen haben könnten.

POLIZEI SUCHT NACH ZEUGEN Rollerfahrer fährt Elfjährigen in Stedesdorf an – und fährt einfach weiter

Stedesdorf
Urteil im Prozess um Totschlag in Damme vor dem Landgericht Oldenburg: Eine 39-jährige Frau wird dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Sie hatte im Wahn ihren Ehemann mit einem Schwert getötet.

LANDGERICHT OLDENBURG Ehemann mit Schwert getötet – 39-Jährige aus Damme verurteilt

Thilo Schröder
Damme