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NWZonline.de Nachrichten Politik

Ende einer Vision

09.07.2005

Sein Name stand im Unternehmen für Konsenspolitik mit dem Betriebsrat, allerdings auf hohem Kostenniveau. Bundeskanzler Gerhard Schröder feierte den Topmanager bis zuletzt als Inkarnation genialer Reformpolitik. In der Öffentlichkeit indes galt der VW-Personalvorstand seit seiner Tätigkeit als Vorsitzender der Arbeitsmarktkommission, die seinen Namen trug, als Urheber zahlreicher Zumutungen. Aus und vorbei. Der Rücktritt von Peter Hartz folgt einer Logik, die allen Skandalen zu eigen ist: Auch ohne die Feststellung individueller Schuld müssen Verantwortliche ihren Sessel räumen, wenn sie das Fehlverhalten von Mitarbeitern nicht erkennen, fahrlässig ignorieren oder sogar stillschweigend tolerieren. Hartz will mit seinem Schritt den Schaden für den VW-Konzern begrenzen. Dafür gebührt ihm Anerkennung.

Es entbehrt nicht bitterer Ironie, dass nun jener Mann seinen Arbeitsplatz verliert, der die Arbeitslosen massenhaft von der Straße holen wollte. Bis heute erfüllten sich seine Prognosen nicht, so manche Idee floppte. Zur vollen Wahrheit gehört, dass viele seiner Empfehlungen von den Lobbyisten unterschiedlichster Couleur umgehend so weich gespült wurden, dass selbst der Autor Mühe hatte, sie wiederzuerkennen.

Für den Bundeskanzler konnte es schlimmer kaum kommen: Die einst in feierlicher Zeremonie im Französischen Dom der Öffentlichkeit vorgestellten Hartz-Reformen tragen den Namen eines Gescheiterten. Es ist der größte anzunehmende PR-Unfall für die rot-grüne Regierungskoalition, die, hätte sie es nicht längst getan, nun die Konsequenzen ziehen müsste.

Bei Volkswagen ist nichts mehr so, wie es war. Peter Hartz, der durch komplizierteste Freizeit- und Entgeltregelung Entlassungen vermeiden wollte, war stets abhängig vom Wohlwollen der Betriebsräte. Der gewerkschaftsfreundliche Kurs kommt VW teuer zu stehen: Die Kosten laufen davon, die Preise erschweren den Wettbewerb.

VW steht vor einem großen Umbruch, der aber auch Chance sein kann. Doch noch sind nicht alle Affären aufgeklärt. Der Hartz-Abgang wird wohl nicht der letzte sein.

Den Autor erreichen Sie unter Seelheim@infoautor.de

Lars Reckermann Chefredakteur / Chefredaktion
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