Tweelbäke - Wer zum Chef will, der wird auch von Scara begrüßt: Die Hündin hat ihre eigene Ecke im Büro von Stefan Sander. Der 45-Jährige leitet von hier aus nicht nur seine Firma „Die Druckmacher“, hier ist auch die Geschäftsstelle des Vereins Zypernhunde, und auf dem Gelände wird am Sonnabend auch das Oldenburger Hunde-Sommerfest gefeiert (Info-Kasten).

Kaum sitzt der Chef an seinem Schreibtisch, lässt sich Scara in ihrer Ecke nieder, schließt die Augen und entspannt. Sie hat es gut getroffen in ihrem Leben. Das war nicht immer so. Scara stammt von Zypern. „Sie war mit ihren Welpen über eine Mauer auf das Gelände eines Hotels geworfen worden“, erzählt Sander. Das sei dort sogar noch eine humane Art der „Entsorgung“ lästiger Hunde, weiß er.

Sander engagiert sich seit einigen Jahren im Verein Zypernhunde, der 2008 gegründet wurde. Auf der Mittelmeerinsel arbeitet man mit der Partnerorganisation CAPCA zusammen, die dort ein Heim für ausgesetzte Hunde betreibt. 150 Tiere können beherbergt werden.  Gemeinsames Hauptziel sei es, das Bewusstsein der Menschen auf Zypern dahingehend zu verändern, dass Hunde auch dort ein würdiges Leben führen können, so Sander. „Bis dieses Ziel erreicht ist, bleibt als die aktuell größte Aufgabe, die Aufnahme, Versorgung und Vermittlung ausgesetzter Hunde“, betont er. Denn durch jede Vermittlung werde ein Platz im Tierheim frei.

Immer gesucht sind Pflegestellen, für die vorübergehende Unterbringung der Hunde. Zum Beispiel für Welpen, weil deren Sozialisierungsphase im Tierheim so nicht möglich ist; oder für Hunde mit massiven Anpassungsschwierigkeiten, die im Tierheim leiden; auch für Hunde, die nach einer Operation in Ruhe genesen solle. „Einige Hunde, besonders große, haben bessere Vermittlungschancen, wenn sie schon in Deutschland sind, denn einige Interessenten müssen das Tier auch anfassen können, bevor sie sich entscheiden“, weiß Sander.

Bei der Vermittlung hält der Verein Zypernhunde sich an ein straffes Schema. „Wir kontrollieren schon genau, ob man als Pflegestelle geeignet ist.“ Ein Pflegestellenkoordinator stehe stets als Ansprechpartner zur Verfügung. Manchmal wollen sich die Menschen auch nicht mehr von dem Hund trennen, weiß Sander. „Solche Einwegpflegestellen sind natürlich der schönste Weg.“

Kontakt zum Thema Pflegestellen: Sandra Lübben, Tel. 04408/983764 (ab 19 Uhr).

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg