Hude - Mit einem geselligen Abend und einem gemeinsamen Essen wurden am Freitag zum Tag des Ehrenamts in der Mensa der Peter-Ustinov-Schule Ehrenamtliche aus der Gemeinde Hude für ihr gesellschaftliches Engagement gewürdigt. Jeder Verein konnte einen Vertreter zu der Veranstaltung entsenden. Etwa 100 Ehrenamtliche nahmen die Einladung an.

Nach einigen musikalischen Beiträgen des Singkreises Langenberg begrüßte der Bürgermeister die Gäste und wies auf eine Neuerung hin: Alle Ehrenamtlichen trugen Namensschilder. „Dieser Abend soll auch ein Austausch sein“, erklärte Lebedinzew. „Vielleicht kommt man so leichter ins Gespräch und neue Ideen werden geboren.“

Mehr als nur einmal machte der Bürgermeister in seiner Ansprache deutlich, dass das Leben in der Gemeinde ohne ehrenamtliches Engagement sehr viel ärmer wäre. Ohne Bürger, die sich einbrächten, gäbe es keine Sportvereine, Sozialverbände und deutlich weniger kulturelle Vielfalt. Auch die Ratsherren und -frauen oder die Gemeindevorsteher arbeiteten ehrenamtlich. Allein die geleisteten Arbeitsstunden der Freiwilligen Feuerwehr würden die Gemeinde eine Million Euro im Jahr kosten, müsste man sie bezahlen.

Allerdings stünden viele Vereine vor einem Nachwuchsproblem: Erst im April gab der Kulturverein Impuls seine Auflösung bekannt, weil sich keine Nachfolger für den Vorstand fanden.

Impuls organisierte jedes Jahr den Klostersommer. „Das schmerzt“, erklärte Lebedinzew. Auch der Förderverein des Naturbads löst sich auf, weil der Vereinszweck erfüllt sei, wie es hieß.

Der Gemeindechef zeigte sich überzeugt, dass sich die ehrenamtliche Landschaft in Zukunft stark verändern werde. Weg von festen Vereinsstrukturen zu themengebundenen und zeitlich begrenzten Engagements.

Als gute Beispiele für derartige Initiativen nannte er Bürgerinitiativen oder das Netzwerk Asyl, dass sich mit etwa 100 Helfern auf ganz unterschiedliche Art und Weise um die rund 300 Flüchtlinge in der Gemeinde kümmert.

Besonderes Lob erfuhr auch die ehrenamtliche Tätigkeit des gerade einmal zehn Jahre alten Kian Drieling. Er kommt regelmäßig ins Seniorenzentrum in Wüsting, um dort mit den Senioren zu basteln und ihnen vorzulesen. „Das Ehrenamt kennt keine Altersgrenzen“, sagte Lebedinzew und überreichte dem jungen Ehrenamtler als Dankeschön ein kleines Präsent.

In dieser Form fand der Tag des Ehrenamts zum zweiten Mal statt. Zuvor wurden Einzelne für ihr Wirken geehrt. Mit der neuen Ausrichtung der Veranstaltung soll die Vielfalt der ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Gemeinde besser abgebildet werden, erklärte Bürgermeister Holger Lebedinzew.